OLDENBURG - Mit dem leitenden Regisseur für das Schauspiel im Oldenburgischen Staatstheater, K.D. Schmidt, verbindet man Regiearbeiten wie „Die Dreigroschenoper“ oder „Der Kirschgarten“. Bei „Polar Bears“, das jetzt im Kleinen Haus Premiere feiert, führt Schmidt nicht nur Regie. Er zeichnet auch für die deutsche Fassung des englischen Schauspiels verantwortlich.
Mit seinem Roman „Supergute Tage“ war dem englischen Autor Mark Haddon, geboren 1962 in Northampton, ein internationaler Bestseller gelungen. „Polar Bears“ ist sein erstes Bühnenstück, das 2010 in London Premiere feierte.
Mit Eisbären hat das Schauspiel allerdings rein gar nichts zu tun. Der Titel ist irreführend und gibt vielmehr sinnbildhaft die Sicht der Protagonistin Kay auf eine Welt wieder, in der nichts ist, wie es scheint. Kay (Anna Steffens), ist eine erfolgreiche Kinderbuchautorin, die in John (Sebastian Herrmann) ihren Märchenprinzen gefunden hat. Sie ist kreativ, glücklich und selbstbewusst. Wirklich?
Oder ist Kay manisch-depressiv und ihr Talent nur wahnsinnige Selbstüberschätzung? Das behauptet zumindest Kays Mutter (Wieslawa Wesolowska). Kays Bruder (Bernhard Hackmann) hat die egoistischen Eskapaden seiner Schwester auf jeden Fall gründlich satt, wenn diese sich mal wieder völlig zurückzieht und eine Regennacht im Park verbringt.
„Polar Bears“ erzählt Kays Leben mit viel Poesie in 18 Szenen aus verschiedenen Perspektiven ohne zeitliche Chronologie. „Die Szenen sind wie Puzzleteilchen“, beschreibt Dramaturgin Catharina Hartmann: „Würde man sie zusammenfügen, würde kein ganzes Bild entstehen.“
Die Übergänge hat Christoph Iacono musikalisch markiert. Eine Lichtinstallation auf Vorhängen aus Folie offenbart die verschiedenen Schichten des Stückes. „Eine liegt über der anderen“, erläutert die Dramaturgin: „Jede Figur erlebt etwas anderes, jede ihrer Geschichten ist wahr.“
In einer weiteren Rolle ist Thomas Lichtenstein zu sehen. Er spielt Jesus, einen alten Freund - oder wer immer er meint zu sein.
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