Oldenburg - Wer dachte, dass zurzeit sämtliche kulturelle Aktivität am Theaterwall gestrichen ist und dass lohnenswerte Aufführungen nur im Theaterhafen stattfinden, dem sei gesagt, dass es am Freitag noch eine Ballettpremiere im Staatstheater geben wird. Drei Nachwuchschoreographen dürfen unter dem Titel „Studio Moves“ einen ganzen Tanzabend gestalten.
Timothée Cuny, Maelenn Le Dorze und Floriado Komino sind eigentlich Tänzerinnen und Tänzer der BallettCompagnie. In diesem Rahmen bietet sich ihnen die Gelegenheit, einmal selbst kreativ zu werden und von der Choreographie über die Kostüm- und Musikauswahl bis hin zum Bühnenbild für alles selbst verantwortlich zu sein.
Alle drei machen zum ersten Mal die Erfahrung, wie es ist, auf der anderen Seite zu stehen, erklärt Dramaturgin Telse Hahmann. „Sie arbeiten ja mit den eigenen Kolleginnen und Kollegen, von denen sie nun etwas wollen und denen sie sagen müssen, wo es langgeht. Es ist manchmal gar nicht so leicht, sich in dieser Rolle zurechtzufinden.“
Doch die Tänzer schätzen diese Möglichkeiten, die ihnen ihr Ballettdirektor und Chefchoreograph Antoine Jully mit seiner Nachwuchsförderung bietet, sehr. Es ist immerhin schon die dritte Premiere in dieser Spielzeit, an der die Akteure als Choreographen beteiligt sind. Und für so Manchen ist es vielleicht auch schon die Weichenstellung für den Verlauf der eigenen Karriere.
„Studio Moves“ wird ein sehr abwechslungsreicher Ballettabend sein. Timothée Cuny eröffnet den Abend mit „Penseur“. Er ist nicht nur Tänzer, sondern auch Musiker und das hat auf seine Kreation großen Einfluss. Zum Tanz wird es Live-Musik geben, Cuny wird selbst singen und gemeinsam mit einem Cellisten und einem Drummer spielen. Sein Werk bezeichnet er daher auch als „Choreografisches Konzert“.
Den Abschluss des Abends gestaltet Floriado Komino mit „Palm Trees and Cherry Blooms“ und zeigt einen Pas de deux. Ein Tänzer aus Kuba und eine Tänzerin aus Japan verleihen dem Stück seinen Titel und lassen den Zuschauer erleben, wie zwei Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen aufeinander treffen.
In der nächsten Spielzeit wird es eine andere Form der Nachwuchsförderung geben, wie Dramaturgin Telse Hahmann verrät. „Clipping Dance“ soll ein digitales Tanzprojekt werden, das im Internet über die Sozialen Medien verbreitet wird.
