OLDENBURG - Inmitten einer hoch gesicherten Ausstellung, die wertvolle Leihgaben aus aller Welt vereint, Theater zu spielen, erfordert Geschick. „Bitte nicht gegen die Vitrinen stoßen“, mahnt Museumsdirektor Mamoun Fansa seine Gäste leicht nervös. Immerhin will er nicht die Polizei bemühen, die über die laufende, hochkarätige Ausstellung „Kaiser Friedrich II. (1194-1250)“ im Landesmuseum für Natur und Mensch wacht. Dort, ganz mittendrin, feierte das Theater k der Kulturetage die Premiere seines Dramas „Das Staunen der Welt - Friedrich II. Stupor Mundi“.

Zwölf Jahre ist es her, da hat Bernt Wach, Geschäftsführer und künstlerischer Leiter der Kulturetage, in Neapel über seinen Lieblingskaiser gelesen. Ein dicker Roman von Horst Stern ( „Mann aus Apulien“) war das, sagt Wach, der daraus eine theatralische Geschichtsreise für drei Schauspieler schrieb.

Markus Weiß (Friedrich II), Ulf Goerges (Berard von Castacca, Erzbischof von Palermo) sowie Jörg Hemmen (Diener) lassen darin bewundernswert authentisch die letzten Stunden eines sterbenden, mächtigen Mannes lebendig werden. Es sind schwierige Texte, die Wach ihnen eine Stunde in den Mund legt, doch alle drei lösen ihre Aufgaben brillant. Sogar einige Sätze in Arabisch haben sie dafür einstudiert.

Dabei gelingt es dem Theater k, den umstrittensten wie faszinierendsten Herrscher des Mittelalters in seiner ganzen Widersprüchlichkeit zu zeichnen: als zornerfüllten Herrscher, philosophischen Vordenker und begeisterten Falkner ebenso wie als untreuen Ehemann und ketzerischen Antichrist.

Obwohl römisch-deutscher Kaiser, „war seine ganze Denkkultur arabisch geprägt“, sagt Kai Leinweber, der eigens für das Stück orientalisch klingende Musik komponierte und einspielte.

Frank Bekurs zeichnet für die Filmaufnahmen verantwortlich, die am Ende des Stückes die Vorhänge des Totenbettes zur Leinwand werden lassen. Unter anderem wurde dazu mit einem Wanderfalken in Rastede gedreht.

„Es ist gelungen, die vielschichtige Persönlichkeit lebendig werden zu lassen“, befand nach der Premiere Sabine Doering, Literaturwissenschaftlerin und Vizepräsidentin der Oldenburger Universität: „Das Beste, was historisches Drama machen kann.“

Weitere Vorstellung heute und morgen in der Kulturetage, Beginn 19.30 Uhr. Karten gibt es unter Tel. 92 48 00.

Infos unter www.kulturetage.de