OLDENBURG - „Schneewitte“ ist Musiktheater für Kinder ab sieben Jahre und Erwachsene. Es könnte ebenso gut den märchenhaften Titel „Schneewittchen“ tragen. „Aber“, erklärt Dramaturgin Johanna Wall, „das war uns zu niedlich. Unsere Schneewitte ist 13 Jahre alt, verzogen und nur mittelsüß.“ Und so erzählt das Oldenburgische Staatstheater zwar das Märchen der Gebrüder Grimm, aber setzt den Fokus auf Mütter, Töchter und die Schwierigkeit des Erwachsenwerdens.
Die niederländische Autorin Sophie Kassies, die bereits das Libretto zu „Das Kind der Seehundfrau“ schrieb, macht in diesem Stück „Schneewitte“ zu einer sehr schönen Prinzessin, die Papas Liebling ist und ziemlich am Selbstwertgefühl ihrer liebenden Stiefmutter kratzt. Im Wald muss sie aber erstmals zeigen, dass sie auf eigenen Beinen stehen kann, und sie muss sich als Haushälterin von sieben mäkeligen Zwergen beweisen.
Jens Joneleit entwickelte die Musik zu diesem Stück. Joneleit kommt vom Freejazz und besetzt mit Schlagwerk, Bass, Posaune und Keyboard eine klassische Jazz Combo. „Die Musik ist zeitgemäß und der Rhythmus sehr eingängig“, erläutert Johanna Wall. Die Musiker sind als Zwerge fest eingebunden ins Schauspiel.
Die Hauptrollen des Stückes teilen sich je zwei Opernsängerinnen (Eleni Stamellou/Friederike Hansmeier) und Schauspieler (Sascha Grüb/Markus Kunze). Alle gemeinsam haben die Darsteller sogar eine Tanz-Choreographie einstudiert.
Mit „Schneewitte“ geht das Staatstheater den eingeschlagenen Weg weiter, über die reine Kinderoper hinaus Musiktheater für die Jüngsten anzubieten. Das Projekt ist eine Kooperation mit dem Jungen Nationaltheater Mannheim „Schnawwl“ sowie dem Jeugdtheater Sonnevanck aus Enschede, deren künstlerische Leiterin Flora Verbrugge Regie führt, zusammen mit Sebastian Ukena vom Staatstheater.
Gesungen, getanzt und gespielt wird auf einer zweistöckigen Bühne im Kleinen Haus. Als romantisch und verspielt beschreibt die Dramaturgin Bühnenbild und Kostüme. Das Musiktheater dauert rund 90 Minuten mit Pause.
NWZ -Theaterkritiken unter www.NWZonline.de/theater
