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Premiere Rausch zwischen Ballett und Rave

Simone Wiegand

OLDENBURG - Der kurze Augenblick eines Wimpernschlages reicht, um zu sehen, dass eine Choreografie von Sharon Eyal stammt. „Jeder Tanz entspringt derselben Quelle. Meine Bewegungen, mein Wissen und meine Erfahrung fließen in das Stück“, begründet die 1971 in Israel geborene Sharon Eyal.

„Man könnte sagen, es ist unser Lebenswerk und jede Premiere kennzeichnet einen Abschnitt“, ergänzt Partner Gai Behar. Der jüngste heißt abstrakt „Plafona“ und feiert im Großen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters jetzt Weltpremiere.

Dass sich die zwei auf einer von Behar organisierten Rave-Party vor einigen Jahren in Tel Aviv kennen gelernt haben, spricht Bände. Rave, das steht für elektronische, rasende Musik und für ekstatischen Tanz. Und genau hier sind Sharon Eyal und Gai Behar zu Hause.

Sie, die erfolgreiche, äußerst disziplinierte (Ballett-) Tänzerin und Hauschoreografin der israelischen Batsheva Dance Company. Er, der angesagte Party-Freak und Musikproduzent. Seit 2005 arbeiten und denken sie als eine Einheit. Komplettiert wird das Team von Ori Lichtik, Drummer, Komponist und Discjockey, sowie Avi Yona „Bambi“ Bueno, einem namhaften Lichtdesigner, der schon Konzerte für Rockbands wie Pink Floyd erhellte sowie zahlreiche Opern.

Die Choreografien von Sharon Eyal sind von hypnotischer Ästhetik, einem spirituellen Sog ähnlich, emotional und extrem intensiv. Sharon Eyal sagt: „Es ist wie in einem Rausch. Man konzentriert sich auf seine Wurzeln, auf sein Urgefühl. Man lässt alles los und ist nur man selbst.“

Für die elf Tänzerinnen und Tänzer der Oldenburger Tanzcompagnie (inklusive zweier Gäste) ist die Arbeit mit dem israelischen Team eine große Herausforderung. „Sie fordern von der Compagnie das Äußerste und arbeiten sehr, sehr genau. Nichts ist beliebig oder improvisatorisch“, erläutert Tanzdirektor Honne Dohrmann und fügt an: „Ich frage mich, wie lange man dieses intensive Arbeitspensum durchhalten kann, zumal Sharon Eyal ja selbst noch tanzt.“ So choreografierte Sharon Eyal nicht nur „House“ für die Batsheva Dance Compagnie, sondern gab sich selbst dem Rausch des Tanzens auch ganz hin.

Es sei das erste Mal, dass das israelische Team eine Arbeit in Deutschland übernehme, freut sich Tanzdirektor Dohrmann. Damit stehe das Oldenburgische Staatstheater mit großen Compagnien wie der Norwegischen Tanzcompagnie „Carte Blanche“, für die Sharon Eyal choreografierte, sowie dem Göteborg Ballett, ihrer nächsten Station, in einer Reihe.

 @ Alle Kritiken finden Sie unter

http://www.NWZonline.de/theater

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