OLDENBURG - Lange vor der Premiere seiner Oper „La Traviata“ im Oldenburgischen Staatstheater hat der italienische Opernkomponist Giuseppe Verdi (1813-1901) einen neuen Fan gefunden: Regisseurin Elisabeth Stöppler. „Mein erster Verdi“, sagt sie hingerissen: „Ich mache jetzt nur noch Verdi.“

1853 wurde „La Traviata“ in Venedig uraufgeführt. „Die Oper ist extrem mitreißend“, gerät Elisabeth Stöppler ins Schwärmen, die zuletzt für das Staatstheater Christoph Willibald Glucks „Orphée et Euridice“ inszenierte. Verdis Musik in „La Traviata" sei unverschnörkelt, der Text aufs Nötigste reduziert, die Themen existenziell, sagt die gebürtige Hannoveranerin. „Ein unverkopftes Stück, gerade und perfekt gebaut.“

Das Melodrama in drei Akten handelt von der tragischen Liebe eines Paares, das ungleicher nicht sein könnte: Der schönen, aber todkranken Prostituierten Violetta (Irina Wischnizkaja/Sylvia Koke) und dem Studenten Alfredo (Daniel Ohlmann/Hugo Mallet), dessen Vater Giorgio (Hannu Niemelä/James Bobby) die Beziehung vereitelt.

„Ein zeitgemäßes Sujet“, findet Elisabeth Stöppler, das sie „heute und immer“ in Szene setzen will. Während Violetta vor Krankheit und Tod davonläuft, versucht Alfredo den Fängen seines Vaters zu entkommen. „Die Liebe versagt dabei auf ganzer Linie“, sagt sie, „und ist definitiv nicht größer als der Tod.“

Optisch trennen ein Innen- sowie ein Außenraum auf der Bühne die Liebenden von den Menschen, von denen sie anerkannt und geachtet werden wollen. „Einer gegen alle“ lautet das Motto.

Da es für fast alle der elf Sängerinnen und Sänger Doppelbesetzungen gibt, spricht das Staatstheater von einer A- (Sonnabend, 19. April, 19.30 Uhr) und einer B-Premiere (Mittwoch, 23. April, 19.30 Uhr). Die musikalische Leitung hat Alexander Rumpf inne, den Chor leitet Thomas Bönisch.

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