OLDENBURG - OLDENBURG/KRO - Nein, heimlich durch die Stadt bummeln wollen sie nicht. „Das wäre doch langweilig“, sagt Axel Braun. „Und außerdem“, ergänzt Gregor Theune, „könnten wir uns das finanziell gar nicht leisten, mehrfach von Essen nach Oldenburg zu fahren.“
Braun (23), Theune (26) und 34 weitere Studenten der Universität Duisburg-Essen wollen Oldenburg fotografieren – aber kennen lernen möchten sie die Stadt vorher auf keinen Fall. Im Bild festhalten möchten sie nämlich das Oldenburg der Oldenburger: „Wir wollen eine ganz persönliche Sicht auf die Stadt zeigen“, erklärt Theune: „Uns interessieren nicht die Postkarten-Motive, sondern private Lieblingsplätze, unbekannte Ecken, hässliche Stellen.“
Dafür brauchen die Studenten natürlich Hilfe: Jeder der 36 Fotografen soll von einem Oldenburger durch die Stadt geführt werden. „Der Aufwand für den Führer hält sich in Grenzen“, sagt Braun, „mit einem Spaziergang ist alles erledigt.“ Stattfinden soll der Stadtbummel voraussichtlich am 8. oder 9. Juni.
Das Ergebnis des Spaziergangs, von den Studenten mit Mittelformat-Kameras dokumentiert, soll anschließend im Oldenburger Kunstverein ausgestellt werden. „Sehwege“ haben die Fotografen um Professor Jörg Sasse ihr quasi im Vorübergehen zu erledigendes Kunstprojekt getauft.
Spannend fänden Braun und Theun es, wenn jemand den Spaziergang nutzen würde, um Kritik zu üben, „wenn er uns an Müllbergen und verkommenen Häusern vorbeiführen würde“. Dass daraus etwas wird, glauben sie allerdings nicht: „Wir haben gehört, dass die Oldenburger ihre Stadt sehr mögen . . .“
Wer bei „Sehwege“ mitmachen möchte, kann sich melden beim Kunstverein unter Tel. 271 09.
