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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Landesmuseum gibt Schrank zurück und kauft ihn von jüdischer Erbin

20.12.2018

Oldenburg Das Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte hat einen Renaissance-Schrank an die alleinige Erbin eines jüdischen Kunsthändlers zurückgegeben. Die Erbin Marei von Saher verkauft wiederum das Möbelstück an das Museum. „So kann der Schrank mit seiner Geschichte auch künftig Teil unserer Sammlung sein“, freut sich Museumsdirektor Rainer Stamm über die „einvernehmliche und faire Lösung“. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Seit dem Jahr 2011 untersucht der Provenienzforscher Marcus Kenzler die Herkunft sämtlicher Sammlungsstücke, die das Landesmuseum zwischen 1933 und 1945 erworben hat. Dabei stieß er auf den Schrank aus dem frühen 17. Jahrhundert, der dem jüdischen Kunsthändler Jacques Goudstikker (1897–1940) in Amsterdam (Niederlande) gehörte.

Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten im Mai 1940 musste Goudstikker neben vielen anderen Kunstgegenständen auch den Schrank zurücklassen. Das Möbelstück wurde auf Veranlassung von Hermann Göring dem Berliner Auktionshaus Hans W. Lange übergeben. Das Landesmuseum Oldenburg erwarb es im Juli 1943 direkt vom Auktionator. Gouldstikker starb bei einem Sturz auf dem Schiff, das ihn und seine Familie nach England bringen sollte

Kenzlers Recherchen führten schließlich zur Schwiegertochter von Goudstikker, Marei von Saher, die in Connecticut in den USA lebt. Sie sei dankbar, dass sich das Landesmuseum zur Rückgabe des Schranks an die Familie entschlossen habe, ließ sie über ihre New Yorker Anwälte ausrichten. Sie hoffe, dass auch andere Institutionen und Sammler in gleicher Weise so verantwortungsvoll handelten, wenn sie mit unrechtmäßig durch die Nazis enteignete Kunstwerke in ihrer Sammlung konfrontiert werden.

Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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