OLDENBURG - Warum eigentlich, so fragt man sich, wollen so viele Musiker unbedingt Schlagzeug spielen? Denn da muss man tief in die Tasche greifen, weil man Trommeln, Becken und allerlei Zubehör benötigt. Es gibt logistische Probleme zu lösen, immerhin muss man hier ein besonders voluminöses Instrument transportieren. Und es droht Ärger mit den Nachbarn, wenn es wieder mal kracht und rumst.

Rhythmische Vielfalt

Warum also spielen nicht alle Musiker, sagen wir: Blockflöte? Aufwand, Kosten und Geräuschentwicklung – all dieses wäre unproblematischer. Aber: „Schlagzeuger haben mehr Spaß“, behauptet Axel Fries, Leiter des Ensembles Schlagwerk Nordwest, und er führte im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters den tönenden Beweis dieser These an.

Mehr als zwei Stunden lang zeigten Musiker und Tänzer die rhythmische Vielfalt, die sich mit Schlaginstrumenten wie Djembe, Gong, Marimba oder Conga erzeugen lässt – und sie hatten dabei unverkennbar großen Spaß.

„Der Norden trommelt – 10 Jahre Schlagwerk Nordwest“ heißt das Percussionfestival, das bis zum 17. Dezember 2009 von der Musikschule Oldenburg präsentiert wird. Die Auftaktveranstaltung stand unter dem Motto „Trommeln, Gongs & Co.“

Zu diesem Anlass trafen sich erstmals die bekanntesten Schlagzeuger Oldenburgs gemeinsam auf der Bühne: Florian Poser hat sich mit seinen virtuosen Fähigkeiten auf dem Vibraphon internationales Renommee erspielt, Hannes Clauss gehört zu den besten Jazz-Drummern Deutschlands, Philipp Pumplün ist Gründer der Nordwest-Bigband, und natürlich Axel Fries, dessen Fähigkeiten auf dem Marimbaphon mehrfach für Szenen-Applaus sorgte.

Diese exzellenten Musiker spielten in unterschiedlichsten Konstellationen hinreißende Kompositionen, zumeist aus eigener Feder. Vor allem das rhythmisch und melodisch eng verzahnte Geflecht verschiedener Instrumente begeisterte die Zuschauer, dazu zählte auch die humorvolle Einlage der Schlagzeuger des Staatsorchesters, Philipp Arndt und Andreas Heuwagen, die Tischtennisbälle auf den hölzernen Bühnenboden prallen ließen.

Feuriges Unterfangen

Besonders turbulent und vital wurde es zwischenzeitlich mit dem Obrooni Drum Orchestra, bei dem es afrikanische Rhythmen, Gesänge und Tänze zu sehen und hören gab. Ein feuriges Unterfangen mit viel Geräusch.

Ein überaus gelungener Auftakt des Percussionfestivals also, das noch mehr Lust macht aufs – Schlagzeug.