• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Legendärer Hollywood-Produzent beehrt Oldenburgs Filmfest

15.08.2017

Oldenburg Kennen Sie den Namen Edward R. Pressman? Wahrscheinlich nicht, aber das ist nicht so schlimm, denn Sie kennen mit Sicherheit unzählige Filme des Hollywood-Produzenten, der als bester seiner Art der 80er-Jahre gilt. In seiner über 50-jährigen Karriere hat er mehr als 80 Filme in die Kinos gebracht.

Regisseure wie Oliver Stone, Brian de Palma und Terence Malick verdanken ihm ihren großen Durchbruch. Auch Schauspieler Christian Bale wurde durch ihn zum Star. In Deutschland produzierte Pressman den Film „Despair“ von Rainer Werner Fassbinder und wirbelte bei Wolfgang Petersens „Das Boot“ hinter den Kulissen.

Klassiker wie „Wall Street“, „Blue Steel“, „Bad Lieutenant“, „City Hall“ und „The Crow“ sind nur eine kleine Auswahl der Titel, für die Pressman verantwortlich zeichnet.

Selbst aufs US-Fernsehen hatte die lebende Legende einen nicht unerheblichen Einfluss. Seine Serie „Homicide“ – basierend auf dem Roman von David Simon – legte ohne Zweifel den Grundstein für „The Wire“, die für viele Kritiker beste TV-Show aller Zeiten.

Pressman ist in diesem Jahr Gast beim Oldenburger Filmfest – und das Festival würdigt sein außergewöhnliches Werk mit einer Retrospektive der besonderen Art. Das verkündete Filmfest-Chef Torsten Neumann nicht ohne Stolz am Dienstagmittag auf einer Pressekonferenz im Oldenburger Casablanca-Kino. Acht Pressman-Produktionen stehen insgesamt auf dem Filmfest-Programm.

„The Revolutionary“ von Paul Williams (1970)

Ein Film, der trotz seines betagten Alters an Aktualität in Zeiten Donald Trumps kaum zu überbieten ist. Die Proteste an einer US-Universität während des Vietnamkrieges werden thematisiert. Jon Voight spielt die Hauptrolle. Der Film war laut Festival-Leiter Torsten Neumann bislang in Deutschland nicht zu sehen.

„Badlands - Zerschossene Träume“ von Terence Malick (1973)

Der erste Spielfilm von Regisseur Terence Malick ist ein düsteres Roadmovie, das noch immer seinesgleichen sucht. Martin Sheen und Sissy Spacek ziehen mordend durch South Dakota. Basierend auf einer wahren Begebenheit.

„Phantom of the Paradise“ von Brian de Palma (1974)

Brian de Palma inszenierte die schräge Adaption von „Das Phantom der Oper“ als wunderbare Mischung von Musical, Horrorfilm und Komödie. Was zunächst ein Flop an den Kinokassen war, entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem absoluten Kultfilm im Stile von „Rocky Horror Picture Show“ und „Little Shop of Horrors“.

„Despair - Eine Reise ins Licht“ von Rainer Werner Fassbinder (1978)

Sechs Millionen D-Mark kostete die Produktion – und war damit der bis dahin teuerste Film Rainer Werner Fassbinders. Der Film über einen jüdischen Schokoladenfabrikanten, der während der Weltwirtschaftskrise den Aufstieg der Nazis beobachtet, hat auch heute noch Relevanz. Kamera: Michael Ballhaus.

Talk Radio“ von Oliver Stone (1988)

Populismus in den Medien thematisierte Oliver Stone bereits Ende der 80er-Jahre in „Talk Radio“. Das Schicksal des kontroversen Radiomoderators Barry Champlain (Eric Bogosian) basiert auf dem Fall des Radio-DJ Alan Berg, der von Neonazis ermordet wurde.

„Die Affäre der Sunny von B.“ von Barbet Schroeder (1990)

Hauptdarsteller Jeremy Irons gewann für diesen Film nicht nur den Golden Globe, sondern auch den Oscar. Ein packendes Justizdrama. Hat der Ehemann seine Frau vergiftet oder nicht?

„American Psycho“ von Mary Harron (2000)

Der Skandalfilm zum Skandalbuch von Bret Easton Ellis. Christian Bale gelang mit seinem pomadig-wahnsinnigen Psychopathen mit Visitenkarten-Fetisch der große Durchbruch. Und die Musik von Robert Palmer war plötzlich wieder in allen Ohren.

„The Bad Lieutenant – Cop ohne Gewissen“ von Werner Herzog (2009)

Die Neuverfilmung des Klassikers von Abel Ferrara von 1992 – den Pressman ebenfalls produzierte – kommt als krudes Remake ohne Kompromisse daher, das mit viel schwarzem Humor und einem genialen Nicolas Cage aufwartet. Letzteren kennen seit dem vergangenen Jahr dank Filmfest auch die meisten Oldenburger.

Denis Krick
Redaktionsleitung
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2150

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.