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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Die Letzten machen das Licht aus

26.06.2018

Oldenburg /Scheeßel Moonbootica sind seit Ende der 90er Jahre als DJ-Team unterwegs. Sie remixten Lieder für Skunk Anansie, die Beatsteaks oder Faithless und arbeiteten mit Jan Delay und Redman. Am Sonntagabend waren sie der letzte Act auf dem Hurricane-Festival – während andere Bühnen bereits abgebaut wurden. Wie sich das anfühlt, verraten KoweSix (Oliver Kowalski) und Tobitob (Tobias Schmidt) im Interview.

Frage: Ihr spielt viele Shows, die meisten in Clubs oder auf reinen Elektro-Festivals wie im Mai auf der Oldenbora – ist das anders, als auf einem Rock-Festival zu spielen?

Tobitob: Ja, denn hier sind viele Leute, die nicht wegen uns hier sind, aber trotzdem zu unserem Auftritt kommen. Dadurch hast du ein viel gemischteres Publikum als auf einer reinen Elektro-Bühne.

Frage: Macht es das nicht schwieriger?

Tobitob: Nein, eher geiler. Die Leute sind hier irgendwie freier und bereiter durchzudrehen.

Frage: Auch am Sonntagabend nach drei Tagen Festival?

Tobitob: Das könnte wirklich spannend werden...

KoweSix: Wir haben am Freitag schon auf dem Southside-Festival gespielt. Und das war richtig gut. Das Zelt war wegen Überfüllung geschlossen – da ging nichts mehr. Aber was am Freitag ein großer Vorteil war, ist heute eher ein Nachteil. Aber wir spielen drinnen – und da ist es zumindest egal, ob es regnet.

Frage: Viele Bands ziehen Club-Konzerte den Auftritten auf Festivals vor – wie ist es bei euch?

KoweSix: Ein Konzert ist immer etwas anderes als eine DJ-Show. Als Band stehst du mehr im Fokus als der DJ in einem Club, wo die Menschen tanzen und mit anderen Dingen beschäftigt sind. Für uns ist der große Unterschied deshalb vor allem ein energetischer. Wir spielen wahnsinnig gern in Clubs, weil die Leute dicht an einem dran sind und man einfach Teil des Ganzen ist – das ist man auf einer so großen Festival-Bühne natürlich nicht. Dafür stehst du dann aber viel mehr im Fokus. Und die Energie ist bei 5000 oder 10.000 Leuten nochmal eine ganz andere – und das macht viel Spaß.

Tobitob: Im Club kann man sowohl als Band als auch als DJ eine Geschichte erzählen. Auf einem Festival ist alles auf Effektivität getrimmt. Aber die Energie, die da zurückkommt, ist eigentlich nicht zu toppen.

Frage: Tobi, du hast selbst schon beides gemacht: Mit Fünf Sterne Deluxe auf der Bühne gerappt, mit Moonbootica aufgelegt. Was macht mehr Spaß?

Tobitob: Die Energien, die da entstehen können, sind durchaus ähnlich. Aber natürlich ist es ein schönes Gefühl auf der Bühne zu stehen und zu singen.

Frage: Schaut ihr euch auch selbst Bands auf Festivals an?

Tobitob: Wenn man noch eine Aufgabe hat, ist man den ganzen Tag fokussiert. Wir sind eher die Typen, die danach losgehen und sich andere Sachen angucken – das fällt hier ja leider aus.

KoweSix: Und wenn man jedes Wochenende drei oder viermal spielt, dann ist man auch über jeden Moment zuhause froh.

Frage: Wir man irgendwann zu alt für den Stress?

KoweSix: Nö.

Tobitob: Nein. Erst wenn man keinen Bock mehr hat, dann sollte man aufhören.

KoweSix: Das ist der entscheidende Punkt. Wir erleben ja gerade eine Durchkommerzialisierung des elektronischen Bereichs. Das ist ein Geschäftsmodell, wie man an vielen konstruierten Acts sehen kann. Aber wichtig ist, dass man da draußen steht und fühlt, was man macht. Das gilt aber für jeden Job, das ist auch in einer Autowerkstatt so. Die Leute, die wirklich gut sind, die haben auch Bock drauf – überall.

Frage: Diese Durchkommerzialisierung macht sich vor allem auch in der Massenkompatiblen Electronic Dance Music (EDM) bemerkbar. geht euch das auf die nerven?

KoweSix: Die Frage darf man sich so gar nicht stellen. Jemand, der gar nicht die Zeit hat, der taucht vielleicht gar nicht so tief in Musik ein. Und für den ist EDM super. Das ist halt wie Licht an – Licht aus. Da gibt es nichts dazwischen. Da gehst du rein und dann geht die Show los mit Konfetti und allem. Das ist ja bei einer Rockshow nichts anderes – EDM ist ja eigentlich nur die finale Umsetzung des Rock-Konzepts in elektronische Musik. Und ich finde das auch völlig legitim.

Tobitob: So etwas wie EDM oder Pop-House, beispielsweise von Robin Schulz, führt manche ja auch an die Musik heran. Und die entdecken dann vielleicht interessantere Sachen für sich. Insofern kann man das eigentlich gar nicht schlecht finden.

NWZ-Spezial: Alles zum Hurricane-Festival

Robert Otto-Moog
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2111

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