OLDENBURG - „Eigentlich sollte in diesen Tagen mit den Dreharbeiten für den Film „Jerzy – 90 Minuten“ begonnen werden. Der Film soll vom Schicksal des seit fast 16 Jahren im Wachkoma liegenden ehemaligen Spielers des VfB Oldenburg Jerzy Hawrylewicz (49) erzählen. Doch aus finanziellen Gründen wurde das Filmprojekt nun um einige Monate verschoben, so Initiator Robert Kowalewski.
Kowalewski geht zum gegenwärtigen Zeitpunkt davon aus, dass noch innerhalb dieses Jahres erste Dreharbeiten im polnischen Stettin stattfinden. „Zwei oder drei Tage werden wir anlässlich des 60-jährigen Bestehens von Pogon Stettin noch in diesem Jahr in Polen drehen. Dann ist uns dort ein randvolles Stadion garantiert. Die eigentlichen Filmaufnahmen beginnen aber erst ab 15. Mai 2009 in Oldenburg und Hamburg“, sagt Kowalewski, der gemeinsam mit seiner Assistentin Anja Cölsch das Drehbuch verfasste. Regie führt Carsten Fiebeler (Berlin). Der Film soll etwa 1,8 Millionen Euro kosten, zunächst war von 800 000 Euro ausgegangen worden.
Jerzy Hawrylewicz war am 20. April 1992 in einem Landesligaspiel der zweiten Mannschaft des VfB Oldenburg gegen HSC Hannover auf dem Spielfeld wegen eines Herzinfarkts zusammengebrochen. Erst nach etwa acht Minuten Herzstillstand zeigten die Reanimierungsmaßnahmen u.a. vom damaligen VfB-Co-Trainer Klaus-Peter Nemet (heute im Trainerstab beim FC St. Pauli) Wirkung und retteten sein Leben. Allerdings trug sein Gehirn wegen des Sauerstoffmangels große Schäden davon. Seitdem leidet er am „Apallischen Syndrom“ und liegt im eigenen Heim im Wachkoma.
