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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Schwanensee Im Staatstheater: Ohne Corps de Ballett, aber mit Happyend

16.12.2019

Oldenburg Gut, dass einer wie Rosamunde Pilcher der Stoff, aus dem Peter Tschaikowsky sein Schwanensee-Ballett gestrickt hat, nicht in die Fänge geraten ist. Wer weiß, was aus dieser märchenhaften Vorlage geworden wäre? Ja, da hat der russische Komponist die Geschichte um die in einen Schwan verzauberte Prinzessin Odette und den erst getäuschten und dann erleuchteten Prinzen Siegfried als Erster entdeckt – zum Glück für die Musikwelt.

Zum Glück für die Adventsstimmung im Staatstheater hat im 1. Familienkonzert Dirigent und Moderator Thomas Honickel einem Happyend nachgeholfen. Tragisch endet das Original, weil der gräsige Zauberer Rotbart die Liebenden unrettbar entzweit hat. Sie müssten sich demnach gemeinsam in den See stürzen und nicht wieder auftauchen. Zehn Tage vor Weihnachten passt das den Oldenburgern im schon lange ausverkauften Großen Haus nicht. Nach dem zweiten Akt stimmen sie mit Zeigefinger-Mehrheit für einen glücklichen Ausgang. Den verkünden Erzählerin Sabrina Schulz und Kollege Marne Ahrens: „Die Liebe siegt!“

Das von verzauberter Musik und gezauberter Handlung spürbar motivierte Staatsorchester liefert in knapp 90 Minuten einen recht breiten Querschnitt durch die gesamte Musik, viel mehr als in der geläufigen Konzertsuite. Das gibt Raum für die vielen Leitmotive, Charakterzeichnungen, Naturschilderungen, Nachtstimmungen, der großen Tänze und den Liebeszauber (Violine: Maja Syrnicka/Violine, Fabian Boreck/Cello).

Natürlich verschenkt Honickel nicht die theatralische Brillanz mit zügigen Tempi. Doch der Dirigent lässt dort, wo die schwärmerisch-süße Melodienfülle zu Sentimentalität einlädt, stets eine Sensibilität walten, die auch geheimnisvoll bleibt.

Ohne Corps de Ballett im Einsatz ist ein Ballett natürlich kein Ballett. Das fällt gar nicht auf, weil Honickel an die Stelle von Schwüngen, Drehungen und Pas de deux oder de trois vorder- und hintersinnige Erklärungen setzt. Diese ganzen Siegfriede auf der Bühne etwa seien gegen faulen Zauber wenig gefeit, meint der Kapellmeister, siehe jenen im „Ring des Nibelungen“ und just den im „Schwanensee.“ Mit Brille wären sie nicht auf die falsche Frau hereingefallen, hier auf Odile statt Odette. Im Notfall greift das Universal-Hilfsmittel: „Wenn alles festgefahren ist, dann zieht immer ein Gewitter auf!“

So eines braust also auch über den See der Schwäne. Danach ist die Luft rein, das Ende verglücklicht.

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