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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Sinfoniekonzert: Ein besonderes Werk in besonderer Güte

20.10.2020

Oldenburg Von Spezialisten-Ensembles mag der Musikfreund ja Spezielles erwarten. Etwas speziell Ausgefallenes, etwas speziell Gutes. Und von der „normalen“ Formation, die jeden Tag miteinander auskommen muss? Na ja, etwas Normales, Seriöses, vielleicht sogar etwas Langweiliges?

Loblied auf das Normale

Die Besucher des dritten Sinfoniekonzerts beim Staatsorchester, in dieser Halbsaison bescheiden „K 3“ genannt, sehen das ganz anders. Sie singen im Großen Haus mit ihrem Beifall ein Loblied auf das Normale, das Besonderes hervorbringt. Mozarts „Gran Partita“, diese 50 Minuten dauernde Serenade in B-Dur – KV 361 – für zwölf Bläser und Kontrabass, steht im Programm. Das Unikat besetzt eine Spitzenposition in Mozarts Werk. Kapellmeister Vito Cristofaro zelebriert es mit den hauseigenen Bläsern. Die beweisen – im Zusammenspiel sowieso, aber vor allem in der Homogenität und Abstufung der Klangfarben dürfte eine Gruppe, die sich intensiv aus dem Alltag kennt, oft der Ad-hoc-Zusammenstellung spezieller Könner überlegen sein. Die Temporelationen überzeugen in den gediegen ausgearbeiteten sieben Sätzen ebenso wie die Klangverschmelzungen im Tutti und die markant aber nicht aufdringlich hervortretenden Soli. Der Dirigent legt weniger Wert auf eine aufwühlende Dramatik als auf eine Verdichtung des musikalischen Geschehens. Die erreicht ihre wohl größte Tiefe dann in der Romance, dem fünften Satz vor dem leichtfüßigeren Ausklang in diesem durchaus etwas elitären Opus.

Bezaubernd handlich

Was die Bläser können, weisen auch die Streicher nach. Ottorino Respighi hat 1931 „Antiche Danze ed Arie per Iiuto“ aus dem 16. Jahrhundert von der Lauten-Vorlage in eine bezaubernd handliche Warenform transkribiert. 23 Musikerinnen und Musiker zeigen, dass Streicher nicht nur filigrane Passagen kultivieren, sondern auch wuchtig orchestral aufbrausen können. Und wenn dann in der Passacaglia die Stimmgruppen das Thema unter sich hin- und herschnippen, fragt man sich fast unwillkürlich: Bei wem klingt es am schönsten? Bei den Bratschen? Das ist natürlich sehr subjektiv.

Eine Woche zuvor hatte „K 2“ mit Orchesterliedern von Mahler und Richard Strauss sowie Wagners Siegfried-Idyll unter Leitung von Hendrik Vestmann den Herbst beim Staatsorchester eingeleitet. „K 2“ und „K 3“ sind im Oktober und November jeweils noch dreimal zu hören.

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