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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Staatsorchester: Musikalische Weite eng geplant

27.08.2020

Oldenburg Die Philosophie mag den Schwebezustand zwischen Zweifel und Gewissheit ja als ideal bewerten. Doch im Oldenburgischen Staatsorchester war eher Erleichterung darüber zu spüren, dass sich die Fakten erst einmal Richtung Gewissheit hin neigen. „Es war ein großer Moment“, sagt Orchesterdirektor Oliver Kersken richtig beglückt zur ersten Probe seit 11. März am Mittwoch in einer Besetzung, die an ein größeres Orchester erinnert. Es lag freudige Erwartung über allem.

Mit den Erwartungen hat das Theater von Anfang an nicht zu hoch gegriffen. „Wir haben eher pessimistisch geplant“, erklärt Kersken, „immer haben wir uns gefragt: Könnte das auch funktionieren, wenn wir mit Einschränkungen wieder spielen dürfen.“ Die Einschränkungen wirkten abschreckend. 1500 Quadratmeter an Platz hätte das Staatsorchester für einen Auftritt mit rund 70 Instrumentalisten benötigt, etwas über 200 Quadratmeter bietet die Bühne im Großen Haus. „Im Grunde hat sich die Politik mit ihren ersten Vorgaben vor dem deutlichen Nein gedrückt“, sagt der Oldenburger.

Engpässe aufgespürt

Ein gut funktionierendes System mit Zu- und Abluft erleichtert neben den bekannten Hygiene- und Abstandsregeln den Wiederstart. Im intensiven Kontakt mit dem Gesundheitsamt sind viele Simulationen durchgespielt worden. Auf die Hauptwege im Haus wurde sogar ein fremdes Publikum geschickt, um Engpässe zu finden.

„Was wir konservativ geplant haben, können wir absolut umsetzen“, verspricht der Orchesterdirektor. Bis Jahresende sind das neben Mini-Opern und Musicals vier Sinfoniekonzerte, schlicht K 1 bis 4 benannt. Mozart mit Konzertarien und der Haffner-Sinfonie steht am Anfang an diesem Samstag (19.30 Uhr) und am Sonntag (11.30/18 Uhr).

Lichtere Sitzordnung

Was auf der Bühne möglich ist, schöpft das Orchester mit 15 Streichern aus, jeder an einem eigenen Pult, dazu zwölf Bläser und Pauken. Optisch fällt nur die lichtere Sitzordnung auf. Stellwände und Abschirmungen gibt es nur im Orchestergraben. Im gestutzten Programm mit zusammen 14 Konzerten verbergen sich für die jeweils 140 Zuhörerinnen und -hörer etliche Schätze. K 3 etwa bietet die dritte Suite der Arien und Lautentänze für Streicher von Ottorino Respighi und die Gran Partita für 13 Bläser von Mozart. „Solche Stücke fallen fast immer hinten runter, weil man die Sinfoniekonzerte der bekannten Form mit üppigen Werken füllt“, meint Kersken.

Dass Orchester, die projektbezogen arbeiten, sich immer wieder neu zusammenfinden und schnell harmonieren, ist in der Musikszene an der Tagesordnung. „Aber dass Klangkörper fast ein halbes Jahr gar nicht gespielt haben, gab es noch nie“, führt Kersken aus.

Doch auch in dieser Zeit hat er beim Staatsorchester große Momente erlebt: „Unsere Leute sind topfit, dafür haben sie gesorgt und immer wieder einzeln oder in kleinen Gruppen hier im Saal geprobt. Das wird am Wochenende eine Freude!“

Bescheiden anfangen

Die Fantasien anderer Häuser sieht er eher skeptisch. „Düsseldorf will gleich mit der Neunten von Beethoven wieder anfangen“, weiß er. „In Jena steht sofort eine dicke Mahler-Sinfonie an.“ Ohne Abstriche und folglich Enttäuschungen könne er sich das nicht unbedingt vorstellen. „Und wenn in absehbarer Zeit doch mehr ginge, größer könnten wir auf Anhieb.“

Homeoffice? Für Musiker ist das kein Zukunftsmodell.

Mit drei Orchesterkonzerten (Titel K1) startet das Oldenburgische Staatstheater nach der Corona-Sommerpause in die neue Spielzeit. An diesem Samstag (19.30 Uhr) sowie Sonntag (11.30 und 18 Uhr) spielt das Staatsorchester eine Stunde lang Werke von Wolfgang Amadeus Mozart. Restkarten gibt es unter


     www.staatstheater.de 
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