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nordwest-zeitung

Staatstheater Moderne Helden aus einer vergangenen Zeit

Jennifer Zaps

Oldenburg - Erst kurz vor der Premiere von „Unter hohem Himmel: Parzival“ kam die Genehmigung von offizieller Stelle, dass die Vorstellungen des Jungen Staatstheaters in der Exerzierhalle wie geplant stattfinden können. Die Vorstellungen mit Schulklassen starten diesen Montag.

Andere Richtlinien

Da es sich um ein Theaterstück für Jugendliche handelt, das Schulklassen besuchen sollen, gelten hier andere Hygiene-Richtlinien als bei Aufführungen für Erwachsene. Lange stand in den Sternen, ob überhaupt in dieser Spielzeit ein Kinder- und Jugendtheaterstück angeboten werden kann. Zwischenzeitlich gab es sogar die Idee, mit dem Stück an die Schulen zu gehen und dort im Freien auf dem Schulhof zu spielen. „Das wäre aber ganz schön aufwendig gewesen und wir hätten auch das Bühnenbild nicht mitnehmen können“, gesteht Dramaturg Matthias Grön ein.

Durch das sogenannte Kohortensystem, das nach den Ferien an den Schulen eingeführt wurde, können jetzt aber immer zwei Schulklassen eine Vorstellung besuchen. Sie gehören dem STARTER/ENTER-Programm an, das das Staatstheater anbietet und bei dem die Kinder Theater als einen weiteren Bildungsort erfahren können.

Zeitlose Geschichte

Bei „Parzival“, einem Stück mittelalterlicher Literatur in mittelhochdeutscher Sprache, denkt man ja nicht unbedingt an Jugendtheater. Doch in der Version von Katrin Lange ist es eine Geschichte über das Erwachsenwerden, mit all den positiven und negativen Erfahrungen, die man macht. In Parzivals Fall ist es die Mutter, die ihn abseits der Welt aufzieht und dadurch beschützen möchte. Er weiß nicht, was in der Welt vor sich geht und ist beim ersten Kontakt mit fremden Menschen so beeindruckt, dass er ihnen folgt. Sie suchen einen heldenhaften Ritter, der Ordnung schaffen kann. Könnte Parzival dieser Held werden?

Spektakel auf der Bühne

Die Inszenierung von Regisseur Jakob Fedler verspricht laut Grön ein regelrechtes Spektakel zu werden. Actionreiche Kampfszenen mitten im Publikum von Choreograf Robert Schnöll oder der von mittelalterlichen Instrumenten untermalte Rap von Musiker Michael Haves holen die alte Geschichte in unsere Zeit.

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