OLDENBURG - Til Schweiger, Deborah Kara Unger, Volker Schlöndorff, Christopher Coppola, Iris Berben, Stacy Keach, Peter Lohmeyer – die Liste der internationalen und der deutschen Stars beim Oldenburger Filmfest ist lang. Doch nach dem 19. Festival im kommenden September wird sie abrupt enden. Das zumindest kündigt Filmfest-Chef Torsten Neumann an. „Für dieses Jahr ist schon viel vorbereitet. Aber danach ist dann definitiv Schluss“.
Grund für die Drohung mit der letzten Klappe: Die rot-grüne Ratsmehrheit hat den Zuschuss für das Filmfest von 95 000 Euro im Haushaltsentwurf um 45 000 Euro gekürzt. Der Großteil des Etats von mehr als 250 000 Euro wird zwar von Sponsoren übernommen und durch den Verkauf von Eintrittskarten erwirtschaftet (letztes Jahr hatte das Filmfest rund 15 000 Besucher). Trotzdem sieht Neumann sein Festival durch die städtischen Kürzungspläne bedroht. „Mit so einer Lücke lässt sich das nicht mehr vernünftig auf die Beine stellen“, sagt er.
Als er in derNWZ
von den Kürzungsplänen gelesen hatte, sei er „geschockt“ gewesen. „Wir hatten im Vorfeld gute Gespräche. Ich war sicher, dass man jetzt erkannt hat, welchen Stellenwert das Filmfest mittlerweile hat.“Neumann ärgert auch, dass Finanzausschussvorsitzende Margrit Conty (SPD) drei Euro Förderung pro Besucher für ausreichend hält. „Selbst die von der Verwaltung veranschlagte Förderung von etwa sechs Euro pro Besucher liegt weit unter allem Vergleichbaren, was bei anderen Filmfestivals, Theatern oder Museen üblich ist“, sagt Neumann. Zudem sei das Festival auch ein Wirtschaftsfaktor. „Wir haben im vergangenen Jahr 220 000 Euro in Oldenburg ausgegeben.“ Gewinne wolle man nicht erzielen, aber die schwarze Null müsse stehen.
Sollte mit dem Haushalt am 19. März die geplante Kürzung so beschlossen werden, will Neumann im kommenden September nur noch ein stark abgespecktes Programm auf die Beine stellen. 2013 käme dann 20 Jahre nach der Gründung das Aus.
