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STANDORTE Jazzer suchen wieder ein Heim

KLAUS FRICKE

OLDENBURG - Wer Jazz sagt und „Alluvium“, der meint auch Zeughausstraße. 43 Jahre lang bildeten der kleine Club und die Adresse der früheren Berufschule eine logische Einheit – dann kamen die Gebäudesanierer. Das „Alluvium“ ging auf Reisen, stoppte mal hier, mal da, ehe es Dauermieter wurde im Jugendkulturzentrum „Cadillac“. Dort ist nun auch Schluss: An diesem Sonnabend gibt’s noch ein Konzert mit den New Forms, dann werden die Sachen gepackt. Der traditionelle „Welt-Tanz-in-den-Mai“ des Jazzclubs steigt am 30. April bereits in der Kulturetage.

„Jazz ist uns sehr lieb, aber leider ist Jazz auch ziemlich teuer“, sagt Lüder Kahle vom Vorstand des „Alluvium“Clubs. „Darum ist unser Konzept seit langem schon, mit Tanzabenden und den Weltpartys eine finanzielle Basis für Konzerte von kulturellem Wert zu legen.“ In diesem Bereich aber scheinen sich die Interessen von „Alluvium“ und „Cadillac“ zu kreuzen, weshalb man nun den Mitnutzungsvertrag zum 30. April normal auslaufen lässt.

Immerhin, der Name des Jazzclubs ist auch fünf Jahre nach Beginn der Heimatlosigkeit noch ein guter: „Wir haben einige interessante Angebote, wo wir veranstalten können“, weiß Kahle. Neben der Kulturetage ist dies zum Beispiel das „Fonduehaus“ im Lambertihof, wo das „Alluvium“ am 9. Mai das Vladimir-Bolschakov-Trio präsentiert. Auch das Café Lindenhofsgarten wird genutzt, zuerst am 15. Mai mit der beliebten Jazz-Session, oder die Tango- und Salsaschule „Caliente“ mit einer Tanzparty am 17. Mai.

„Geplant wird zunächst einmal bis Ende des Jahres“, meint Kahle, dem auch Kooperationen zum Beispiel mit der Folk-Initiative vorschweben. „Die Zusammenarbeit mit anderen Vereinen ist uns sehr wichtig.“

Dabei könnte die Zeit der Heimatlosigkeit fürs „Alluvium“ (wird im Herbst 50 Jahre alt) schneller enden als gedacht. Am 11. Juli übernimmt die Fachhochschule das Gebäude Zeughausstraße 73 nach beendeter Sanierung für die Richtung Hörtechnik und Audiologie, und es ist „unser erklärtes Ziel, dass auch das Alluvium hier wieder mit einzieht“, heißt es in der FH-Leitung. Zeughausstraße und Jazz – das passt bald wieder.

Geschichte

1958:

Schüler gründen im Keller des Degodehauses den Jazzclub 1502 (Baujahr des Hauses).

1960

wird der Club geschlossen (feuerpolizeiliche Gründe). Nach längerer Suche findet man die Paterre-Räumlichkeiten in der Zeughausstraße 73 (ehemalige Kaserne, danach Berufsschule).

1980er Jahre:

Erste Dis-co-Veranstaltungen verbessern die finanzielle Liga.

2003:

Auszug aus der Zeughausstraße; das Gebäude wird saniert. Das „Alluvium“ kooperiert mit dem „Cadillac“.

2008:

Ende der Zusammenarbeit, das „Alluvium“ ist vorerst heimatlos.
Themen
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