OLDENBURG - OLDENBURG - Alle waren für dieses Festival. Selbst Petrus. „Erst zwei Stunden nach dem Ende des Festivals fing es an zu regnen!“, schwärmt Martin Stiefermann, Leiter der Oldenburger Tanzcompagnie und einer der Hauptorganisatoren der „7. Internationalen Ballett-Tage“ in Oldenburg. Zehn Tage lang herrschte bestes Wetter – auch und gerade für den Bierausschank beim „Festivaltreff“ vorm Theater.
Sonnig ist auch die Bilanz des am späten Sonntagabend beendeten Festivals. 26 Veranstaltungen fanden an zehn Tagen statt. Insgesamt kamen dabei 4827 Zuschauer, was eine Platzauslastung von 83 Prozent bedeutet: „Und das ohne Abonnements“, schwärmt Stiefermann, „das sind alles Karten aus dem Freiverkauf – traumhafte Zahlen!“. Die braucht man auch.
„Wir sind ein kleines Festival“, weiß Stiefermann, „und wir sind ein alle zwei Jahre stattfindendes Sponsorenfestival – also etwas ganz Spezielles.“ Die engagierten Sponsoren hätten etwa 115 00 Euro beigesteuert.
Als Renner entpuppte sich diesmal das portugiesische „Ballet Gulbenkian“ (unter anderem mit „Le Sacre du Printemps“) mit 742 Besuchern im Großen Haus. Eigentlich verkauft man im Großen Haus maximal nur 642 Plätze – „da müssen viele die ganze Zeit über sehr tapfer gestanden und um die Ecke geguckt haben“, vermutet Stiefermann.
Zum Auftakt und zur Premiere der „Zehn Gebote“ war das Kleine Haus mit 332 (sitzenden) Besuchern ausverkauft. Aber auch die erstmals bewusst für Kinder und Jugendliche angebotenen Produktionen „Was ist Tanz?“ und „Rumble“ mit Breakdance fanden regen Zuspruch.
Großes Lob spendete Stiefermann dem Publikum aus der Region: „Das Festival wurde hervorragend angenommen!“ Die Gast-Compagnien reisten befriedigt von dannen – voll des Lobes über die Zuschauer. Schwellenängste wurden locker beim Breakdance überwunden. Mitmachtheater von „She She Pop“ von der ersten Minute an tüchtig akzeptiert. Schocktanz wie von „Obseen“ („für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet“) ließ gerade mal drei, vier Verärgerte den Saal verlassen – „in Frankreich laufen da über ein Dutzend raus!“ (Stiefermann).
Müsste es nicht längst Tanz-Theatertage statt Ballett-Tage heißen? Martin Stiefermann weiß, dass das Ballett im alten Sinne im Programm kaum vorkommt. Aber er hält am klassischen Namen fest. Und der Grund kann sich sehen lassen: „Die Marke ,Ballett-Tage’ ist viel zu gut eingeführt, als dass man sie ändern sollte!“
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