Oldenburg - „Wir brauchen ein Kofferstück. Ein Stück, das auf Reisen gehen kann.“ So oder so ähnlich klangen wohl die Überlegungen der Verantwortlichen der August-Hinrichs-Bühne bei der Planung des aktuellen Spielplans. Denn schließlich soll dieses Stück auch beim „Plattart“ Festival 2019 zum Einsatz kommen und zwar an verschiedenen Spielstätten im Oldenburger Umland.
Entschieden hat man sich schließlich für „Der letzte Raucher“ nach einem Roman von Mark Kuntz und in einer Bühnenfassung von Kai-Uwe Holsten. Doch weil der ursprüngliche „letzte Raucher“ sein Mitwirken an diesem Theaterabend absagen musste, kommt nun mit Petra Bohlen eine „letzte Raucherin“ zum Zug. Oder „De letzte Smökerin“, wie der Titel dieser Niederdeutschen Erstaufführung nach Übersetzung lautet.
Während der Zuschnitt des Stückes auf eine weibliche Protagonistin kaum Schwierigkeiten bereitete, sah man sich bei der Übersetzung ins Niederdeutsche mit einigen Problemen konfrontiert, wie Dramaturgin Dorothee Hollender berichtet: „Es war die Frage wie wir mit dem Titel und den „in“-Endungen umgehen, weil es die im Niederdeutschen so nicht gibt. Deswegen ist „Smökerin“ eine Mischung aus Niederdeutsch und Hochdeutsch.“
Diese Raucherin sieht sich auf einer Party als die letzte ihrer Art. Überall wird sie vor die Tür geschickt, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Sei es im Café, Restaurant oder einfach zu Besuch bei Freunden. Dort wird sie prompt vergessen, als sie für eine Zigarette raus auf den Balkon geht. Die Tür ist verschlossen, die Freunde sind weg und mit vielen Zigaretten und jeder Menge Alkohol lässt es sich hervorragend über das Leben mit dem blauen Dunst sinnieren. Und so entsteht eine Liebeserklärung an das Rauchen, ohne dieses zu beschönigen oder gar dazu aufzufordern.
Über 70 Minuten muss Petra Bohlen, die gleichzeitig auch Leiterin der August-Hinrichs-Bühne ist, das Publikum alleine unterhalten. Und das nicht mal auf einer Abstand und gewissermaßen Schutz bietenden Bühne, sondern mittendrin im Publikum. Denn die Aufführungen finden in Cafés und Kulturhäusern statt. Man sitzt gemütlich beieinander, kann etwas trinken und zwischendurch auch mal plaudern und nach der Vorstellung entspannt sitzen bleiben und sich über das Gehörte austauschen. Für Petra Bohlen ist das zweifelsohne eine große Herausforderung. Doch Hollender ist überzeugt davon, dass sie genau die Richtige ist: „ Ich sehe das in den Proben, wie sie richtig kämpft, sich durchbeißt, um sich so etwas zu erarbeiten. Sie ist eine Woche vor der Premiere soweit, dass es sich freischwimmt, dass es ihr anfängt Spaß zu machen, dem Publikum ihre Geschichte zu erzählen.“
Und auch das Publikum wird laut Hollender seinen Spaß haben. Denn das Stück sei sehr unterhaltsam und kein schwerer Stoff. Es sei perfekt für den Bar- und Cafébereich, lustig und amüsant. Sie verspricht einen vergnüglichen Abend. Übrigens darf man gespannt sein, wie mit dem Thema Rauch umgegangen wird. An den Spielstätten ist schließlich überall Rauchverbot, doch das Stück verlangt nach viel Rauch.
