OLDENBURG - Meine Damen, haben Sie sich schon einmal gefragt, weshalb Ihr Partner abends, wenn er nach Hause kommt, nicht mit Ihnen spricht? Zahnschmerzen? Schlechte Laune? Falsch! Die Antwort ist viel profaner. Und sie wird jetzt in Oldenburgs Kulturetage während eines Gastspiels gegeben: Ihr Freund/Ehemann hat seine – statistisch belegten – 2000 Worte pro Tag heute bereits gesprochen. Sie dagegen haben es trotz intensiver Telefongespräche mit Ihrer besten Freundin noch nicht auf die durchschnittlichen 7000 Worte einer Frau geschafft. Also will ER abends seine Ruhe. Und SIE will quatschen. Worüber? Zum Beispiel über das seelische Wohlbefinden. Oder über die Beziehung untereinander generell. Streit ist vorprogrammiert.
Männer sind anders, Frauen aber auch, behauptet „Caveman“ alias Volker Meyer-Dabisch. Und er belegt dies mit der Geschichte der Evolution vom Neandertaler zum heutigen Homo Sapiens. Früher waren die männlichen Neandertaler die Jäger, verantwortlich für ausreichend Fleisch am Lagerfeuer und daher stets aufs Wesentliche fokussiert. Die weiblichen Urmenschen dagegen waren Sammlerinnen und mussten Beeren nach gesundheitlichen Kriterien unterscheiden können, um faules Obst auszusortieren.
Deshalb, so Tom, der „Caveman“ (der übrigens soeben wegen allzu „männlichen Verhaltens“ aus der gemeinsamen Wohnung mit Freundin Heike geworfen wurde), kann sich ein Mann immer nur auf eine Sache konzentrieren, während Frauen mehrere Dinge gleichzeitig tun können. So was führt zu Konflikten. Zum Beispiel beim Orgasmus: Der Mann kommt gezielt zur Sache – und möchte dann wieder Fernsehgucken. Die Frau dagegen kann in einer Liebesnacht mehrfach zum Höhepunkt kommen und will anschließend auch noch romantisch kuscheln.
Kein Wunder also, dass Tom mit seinem Latein am Ende ist. Er hockt vor der Tür und philosophiert über Unterschiede. Chipskrümel auf dem Sofa, Socken auf dem Badezimmerboden haben seine Beziehung stark belastet.
Und die Moral von der Geschichte? Keine. Oder doch: Man sollte den Geschlechterkonflikt mit dem gleichen Humor nehmen wie der „Caveman“ und sein vor Begeisterung tobendes Publikum in der gleich an drei Abenden ausverkauften Kulturetage.
Vier weitere Vorstellungen des Ein-Mann-Stücks sind für den 4. bis 7. Februar 2009 in Oldenburg geplant. Info: 0441/92 48 00.
