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ÜBERMORGENSTADT Geistesblitze tief unter dem Flötenteich

OLDENBURG - Dieser Maler lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, egal wie viele Leute ihm zusehen. Dieser Maler bringt schließlich die Wände einer der ungewöhnlichsten Orte Oldenburgs auf Hochglanz: Das Notkrankenhaus unter dem Flötenteich putzt sich heraus, schließlich soll es erstmals seit seiner Fertigstellung 1975 öffentlich zugängig sein.

Möglich machen es die Planer der Stadt der Wissenschaft, die Dramaturgin Cordelia Wach und Regisseur Ulf Goerges. Ihre Idee, den „sehr seltsamen Ort“ (so Bernt Wach, Leiter der Kulturetage) als Schauplatz einer ungewöhnlichen Inszenierung zu nutzen, fiel auf großes Interesse – sogar bei den Behörden, die üblicherweise dafür sorgen, dass das Hilfskrankenhaus ein (offenes) Geheimnis bleibt. Ab dem 16. Juli und bis weit in den September hinein sind nur ein kleiner Teil des unterirdischen Labyrinths Ort einer „theatralischen Gebäudeführung“ (so Rainer Lisowski, Leiter der Stadt der Wissenschaft).

Theater, Multimedia, Führung und viele Überraschungen – so etwa ist das Konzept der tiefer gelegten Geisterbahn, über die die Macher nur wenig verraten. „Es geht um ein Geheimlabor“, munkelt Regisseur Goerges, um „unentdeckte Gänge zum Fliegerhorst“, flüstert Dramaturgin Wach. Ein bisschen konkreter wird Goerges schließlich doch: „Die Inszenierung soll eine kritische Reflexion der Irrwege, die Wissenschaft hinter sich hat, szenisch aufzeigen.“ Schocks und ein paar Blitze sorgen zudem für eine publikumswirksame Gruselatmosphäre.

Dass unterm Flötenteich ein Spektakel der besonderen Art auf die Bürger der Übermorgenstadt wartet, beweist ein Blick ins neue Programmheft: Das Hilfskrankenhaus sei nur auf eigene Gefahr zu betreten, und warme Kleidung solle man tunlichst nicht vergessen.

Weniger kompliziert, aber ähnlich spektakulär dürfte es am 14. August im Staatstheater zugehen: Dann machen die Oldenburger Kliniken gemeinsame Sache und laden zum Auftakt eines mehrmonatigen Programms (die NWZ berichtete) zur „Übermedizin“ ein – eine ebenso spaßige wie ernsthafte Show, in der Fernsehkomödiant Wigald Boning Neues und Überraschendes aus der Welt der Medizin präsentiert.

Bilder vom Hilfskrankenhaus: www.nwzonline.de/fotos-oldenburg

Ein Spezial zur Übermorgenstadt gibt es unter www.NWZonline.de/stadtderwissenschaft

Sommer voller Wissen – Höhepunkte

Mai

5. Mai: „Köpfe & Töpfe – Oldenburgs Wissenschaft kocht“ (Restaurant Tafelfreuden)

7.-9. Mai: Wissenschaftszug am Bahnhof

ab 9. Mai: „Die Zukunft unserer Küsten – das Wattenmeer“ (PFL)

Juni

4. Juni: „Vox humana“ (Exerzierhalle)

11. Juni: Wissenschaftsbox auf Schlossplatz

12. Juni: Längste Experimentiermeile (City)

ab 13. Juni: Traumgärten (Fußgängerzone)

ab 17. Juni: „Archimedes auf dem Spielplatz“ (Kampstraße)

Juli

7. Juli: „Du musst dein Leben ändern“, Philosophie-Vortrag von Peter Sloterdijk (Universität)

9. Juli: „Schwarze Zahlen, rote Zahlen“, Institut für Ökonomische Bildung

ab 16. Juli: „Wissenschafts-Geisterbahn“, Krankenhaus unter dem Flötenteich

August

8./9. August: „Science Road Show“ (Innenstadt)

ab 13. August: „Geistesblitze – Forscher und Erfinder im Oldenburger Land“ (Landesbibliothek)

14. August: „Übermedizin – Show mit Wigald Boning“ (Staatstheater)

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