OLDENBURG - Am Beckenrand standen unzählige Kerzen, das Licht war gedimmt, die Stimmung ruhig und aus dem Wasser ragten rund 100 bunte Poolnudeln. Diese Schaumstoffstangen haben sich die Gäste des ersten Oldenburger Unterwasserkonzerts „Grenzenlose Klangwelten für Verliebte“ hinter den Kopf und unter die Füße geklemmt, um sich bei romantischer Atmosphäre zu klassischer Musik auf der Wasseroberfläche treiben zu lassen.

Die sanften Töne von Orgel und Harfe wurden live aus der Lambertikirche (siehe Artikel unten) in das Schwimmbecken übertragen. Acht Unterwasserlautsprecher bescherten den Besuchern, deren Ohren unter der Wasseroberfläche waren, ein Klangerlebnis der besonderen Art. Dabei kamen die Töne keineswegs wässrig bei den Gästen an, sondern überraschend klar. „Damit es sich so anhört, mussten die Frequenzen den Gegebenheiten angepasst werden“, sagte Hörforscher Michael Buschermöhle.

Er stand mit weiteren Organisatoren am Beckenrand, um für Fragen zur Verfügung zu stehen oder um mit Zuhörern zu experimentieren. Schließlich gehörte das Konzert zum Jahr „Stadt der Wissenschaft“. So konnten die 50 Gäste auch Schallwellen auffangen, wenn sie ein Stethoskop ins Wasser hielten.

Wie das Hören funktioniert, erklärte zuvor ein Unterwasser-Hörspiel: „Der Schall unter Wasser gelangt nicht über das Trommelfell in das Innenohr“, hieß es, „stattdessen werden die Schallschwingungen direkt auf den Schädel übertragen und gelangen über die Flüssigkeit im Kopf direkt bis zum Innenohr.“

„Ich finde es faszinierend, dass man so auch hören kann, wenn man sich die Ohren zuhält“, sagte Margrit Kuper am Beckenrand. Danach nahm sie sich einen Bademantel, um sich in der gemütlichen Lounge bei Snacks und Cocktails aufzuwärmen.

Zur Realisierung des Abends mussten Stadt, Kirche, Schwimmbad, Wissenschaft und Technik zusammenarbeiten. Eine der Hürden: Die Lambertikirche hat keinen Internetzugang für die Übertragung. „Außerdem sind die Bedingungen jeder Institution anders“, so Projektleiterin Florence Mosel. Für Frank Hinrichs, Marketingleiter des Olantis, kein Problem: „Wir sind immer für außergewöhnliche Sachen zu haben.“