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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Partnersuche mit Hindernissen in Oldenburg

17.10.2017

Oldenburg Rosi, früher eine erfolgreiche Zahnärztin, weiß, was sie will: Sie will nicht mehr einsam sein und sucht den Mann für den Rest ihres Lebens. Dafür ist sie auch bereit, sich beim Speed-Dating zum Affen machen zu lassen.

Hände stillhalten

Um Frühlingsgefühle im Alter geht es in dem Stück „Un denn de Heven vull von Geigen“ von Marc Becker, das am Sonntagabend im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters seine Uraufführung erlebte. Becker hat das Stück exklusiv für die August-Hinrichs-Bühne geschrieben und auch Regie geführt. Das Premierenpublikum feierte nach rund zweistündiger Aufführung die Superleistung des Ensembles mit rekordverdächtig langem Beifall.

Wie Rosi (Margrit Backhus) suchen auch Sabine (Marion Horst), Wilma (Inge Misegardes-Kroll), Klaus (Heinz-Dieter Grein), Norbert (Alf Hauken) und Udo (Gert Prahm) ihr Glück auf der Kontaktbörse. Sie sind die neuen Alten der heutigen Generation 60+, die den Traum vom Himmel voller Geigen oder den Schmetterlingen im Bauch nicht aufgeben.

Von den jung-dynamischen Moderatoren Frauke und Manfred (Leonie Grote und Pascal Oetjegerdes) gibt’s zu Beginn Tipps, damit bei der ersten Begegnung nichts schief geht: Hände stillhalten, Komplimente machen und höflich sein. Für den Fall einer Funkstille gibt’s Gesprächsthemenkarten auf dem Tisch.

Was dann folgt, ist beste Unterhaltung, humorvoll und tiefsinnig inszeniert. Bei Udo, dem Aufschneider und Wichtigtuer mit Polizeikarriere, und der Sabbelschnute Wilma geht zunächst einmal gar nichts. Udo bekommt kein Wort heraus vor lauter Verlegenheit und Aufregung. Wilma treibt währenddessen die Sorge um, ob sie wohl zu Hause die Kaffeemaschine ausgestellt hat. Inge Misegardes-Kroll ist in dieser Rolle eine Klasse für sich und avanciert schnell zum Publikumsliebling.

Hoch in der Gunst des Publikums steht auch Alf Hauken. Überzeugend spielt er den von Selbstzweifeln geplagten Norbert. Er sucht eine Frau, die ihn versteht. Aber was wollen Frauen eigentlich, und wie kommt er bei den Frauen an? Fragen, auf die Sabine keine tiefschürfenden Antworten geben möchte.

Aber so schnell gibt Norbert nicht auf. Verzweifelt sucht er in seinen Socken und Schuhen nach dem Spickzettel mit dem Gutsi-Gutsi-Schlachtruf. Damit erreicht der Theaterspaß seinen Höhepunkt, ohne in den Klamauk abzustürzen.

Sabine hat drei gescheiterte Ehen hinter sich und ganz konkrete Vorstellungen vom Mann ihrer Träume. Schön soll er sein, ohne zu wissen, dass er schön ist. Und Humor soll er haben und bitte nicht über Fußball schwadronieren. Kurz gesagt: Norbert ist nicht ihr Traummann.

Bei Klaus und Wilma läuft es dagegen besser. Sie mag sein Rökelwater (Parfüm), der Mathematiker kann sein Glück kaum fassen. Aber auch bei Rosi rechnet er sich Chancen aus.

Große Erwartungen

Udo hat rechtzeitig vor dem Termin mit Rosi seine Sprache wiedergefunden und zieht alle Register. „Wer ein Warum zum Leben hat, erträgt fast jedes Wie“, zitiert er Friedrich Nietzsche und kann die Kusendoktorsche (Zahnärztin) damit doch ein bisschen beeindrucken.

Alle machen sich Hoffnungen auf ein bisschen Glück, die Erwartungshaltung ist groß, das Finale eher ernüchternd. Trost spendet das von Leonie Grote wunderschön gesungene Lied „Du bist das beste, was mir je passiert ist“ von Silbermond – natürlich auf Plattdeutsch.

Lore Timme-Hänsel Redakteurin / Kulturredaktion
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