OLDENBURG - OLDENBURG/KU - Unter der Überschrift „Im Vertrauen“ findet am Montag, 30. Januar, 20 Uhr, im Oldenburgischen Staatstheater eine Lesung aus Texten und Briefen von Hannah Ahrendt statt. Anlass ist das 100. Geburtsjahr der Philosophin, Politikwissenschaftlerin und Soziologin (1906–1975). Mitglieder des Theaterensembles werden Auszüge aus Ahrendts Korrespondenz mit Martin Heidegger, Karl Jaspers und Heinrich Blücher sowie frühen zionistischen Texten vortragen.

Eine Liebesbeziehung verband Ahrendt mit ihrem Lehrer Heidegger (1889–1976). Sie blieb trotz seiner zeitweiligen Affinität zum Nationalsozialismus mit ihm vertraut; mit Jaspers (1883–1969), bei dem sie im Alter von 22 Jahren promovierte, pflegte sie ebenfalls eine lebenslange Freundschaft; mit dem Philosophieprofessor Blücher (1899–1970) war sie in zweiter Ehe verheiratet.

Die Lesung findet statt im Rahmen der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“, die zum Begleitprogramm der Fußballweltmeisterschaft 2006 gehört und vom Bundespräsidenten, der Bundesregierung, der Wochenzeitung „Die Zeit“, der Deutschen Bank und zahlreichen Wirtschaftsunternehmen gefördert wird. Die Organisatoren haben aus mehr als 1000 Bewerbungen für jeden Tag des Jahres einen Ort in Deutschland ausgewählt, der mit einem Ereignis der deutschen Geschichte oder einer besonderen Aktivität verbunden ist.

In einem Wettbewerb ist das Hannah-Arendt-Zentrum an der Carl von Ossietzky-Universität für den 30. Januar, den Gedenktag der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933, ausgewählt worden. Das Ahrendt-Zentrum bietet seit 1999 der wissenschaftlichen und allgemeinen Öffentlichkeit Zugang zum Nachlass der bedeutenden jüdischen Publizistin und Gelehrten.

Der Kartenvorverkauf (unter Tel. 0441/22 25 111), Eintritt 7 Euro, beginnt am Freitag, 30. Dezember.

Infos: www.land-der-ideen.de, www.uni-oldenburg.de