Oldenburg - 77 Menschen hat der Attentäter Anders Behring Breivik 2011 in Oslo und auf der Insel Utoya kaltblütig getötet. Der italienische Autor Edoardo Erba (63) hat dazu ein Schauspiel unter dem Titel „Utoya“ geschrieben, das nun am Mittwochabend im Oldenburgischen Staatstheater seine Deutschsprachige Erstaufführung erlebte. Im Kleinen Haus nähert man sich in dem pausenlosen 80-Minuten-Drama dem Thema indirekt: Die eigentliche Gewalttat sehen wir nicht, aber im Schicksal von drei Paaren spiegelt sich das schreckliche Geschehen.
So wird die Spannung, auch durch die kluge Regie von Peter Hailer, noch einmal in den konzentrierten Dialogen erhöht: wir zittern mit den Eltern eines Kindes auf der Insel, hören zwei Polizisten streiten, erleben die Nachbarn von Breivik. Die ganze Bandbreite an Emotionen wird nervenzerfetzend durchgespürt. Die Bühne wurde für die sechs hervorragenden Schauspieler völlig freigeräumt. Hinten auf der Bühne und vor der Rampe sitzen diesmal die Zuschauer. Wahrlich: Der Terror ist in unserer Mitte angekommen. Viel Beifall für ein eindrückliches, wichtiges Stück.
Die ausführliche Kritik lesen Sie am Freitag auf NWZonline und im Kulturteil Ihrer NWZ.
