OLDENBURG - Sten Nadolny gehört zu den beliebtesten deutschen Autoren. Sein Stil ist unverkennbar, sein Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“ machte ihn berühmt. In diesen Tagen hat Nadolny (mit dem ostdeutschen Schriftsteller Jens Sparschuh) ein neues Buch vorgelegt: „Putz- und Flickstunde“ (Piper, 208 S., 16,95 Euro). Darin geht es um die Erinnerungen des heute 66-jährigen Nadolny an seine Bundeswehrzeit in den 60er-Jahren – ein witziges, kluges Buch.
Am 14. Mai kommt Nadolny nun zu einer Lesung nach Oldenburg; einen Teil der Veranstaltung wird er dann diesem Buch widmen. Der in Berlin lebende Autor stellt sich und sein Gesamtwerk am 14. Mai ab 20 Uhr in Oldenburgs Kulturzentrum PFL an der Peterstraße vor. Er liest in der NWZ -Reihe „Begegnungen”. Karten gibt es gegenwärtig noch in allen NWZ -Geschäftsstellen. Sie kosten sechs Euro, Studenten zahlen ermäßigt nur drei Euro.
Nadolny wurde 1942 in Zehdenick an der Havel geboren. Er entstammt einer Schriftstellerfamilie: Mutter Isabella (1917–2004) schrieb Familienromane, der Vater Burkhard (1905–1968) war Romancier. Der Sohn wuchs in Bayern auf, studierte in Göttingen, Tübingen und Berlin. Er promovierte über die Weimarer Republik, schlug sich als Taxifahrer durch, war Geschichtslehrer und Aufnahmeleiter beim Film.
1981 veröffentlichte er den Roman „Netzkarte”. 1983 folgte die berühmte „Entdeckung der Langsamkeit”. Nadolny schildert darin die Geschichte des Seeoffiziers John Franklin. Der Schnelllebigkeit wird Langsamkeit als gutes Lebensgefühl entgegengesetzt. „Selim oder Die Gabe der Rede”, „Ein Gott der Frechheit”, „Er oder ich” oder der „Ullsteinroman” sind weitere wichtige Nadolny-Bücher.
In der NWZ -Reihe „Begegnungen“ lasen u. a. schon Siegfried Lenz, Erich Loest und Ulla Hahn. Alle Lesungen waren ausverkauft.
