OLDENBURG - OLDENBURG/LR - Am 8. Mai wird es 60 Jahre her sein, dass der 2. Weltkrieg endete. Grund genug für die Stadt Oldenburg, zusammen mit der Universität, der Europa-Union und dem Verein Werkstattfilm in zahlreichen Veranstaltungen diverse Aspekte dieses zentralen Wendepunktes der europäischen Geschichte zu beleuchten.
Bereits morgen, Dienstag, startet unter dem Titel „Die Vertreibung – 60 Jahre deutsches Erinnern“ um 10 Uhr eine Vorlesungsreihe von Dr. Eva Hahn im Vortragssaal der Unibibliothek. Die Folge-Vorlesungen finden wöchentlich, jeweils dienstags um 10 Uhr, bis einschließlich Dienstag, 5. Juli, statt. Die Vertreibung von rund 10 Millionen Deutschen wird mit vielen von inzwischen über ein halbes Jahrhundert lang überlieferten Zahlen, Bildern, Ereignisdarstellungen und historischen Erzählungen assoziiert und bilden das Zentrum dieser Vorlesungen.
Mit der Vorführung des Spielfilms „Ich war 19“ (DDR 1968; Regie: Konrad Wolf) beginnt ebenfalls morgen um 18 Uhr im Bibliothekssaal am Uhlhornsweg die Reihe „Das Jahr 1945 im historischen Spielfilm“. Die Reihe wird wöchentlich jeweils dienstags um 18 Uhr bis zum 5. Juli fortgesetzt mit den Filmen „Stunde Null“ (Deutschland 1976; Regie: Edgar Reitz), „Die Vier im Jeep“ (Schweiz 1951; Regie: Leopold Lindtberg), „Asche und Diamant“ (Polen 1958; Regie: Andrzej Wajda), „Eine auswärtige Affäre“ (USA 1948; Regie: Billy Wilder), „Landschaft nach der Schlacht“ (Polen 1970; Regie: Andrzej Wajda), „Die Vertreibung im Film“ (Vortrag von Tobias Ebbrecht, Hochschule für Film und Fernsehen, Potsdam), „Wagen nach Wien“ (CSSR 1970; Regie: Karel Kachyòa), „Das Jahr 1945“ (DDR 1985; Regie: Karl Gass), „Der Aufenthalt“ (DDR 1982; Regie: Frank Beyer), „Deutschland im Jahre Null“ (Italien 1947; Regie: Roberto Rossellini), „Verboten!“ (USA 1958; Regie: Samuel Fuller) und „Urteil von Nürnberg“ (USA 1961;
Regie: Stanley Kramer).
Die Filmreihe wird im Rahmen der Ringvorlesungen zur Geschichte des östlichen Europas vorgeführt und gemeinsam mit dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa veranstaltet. Koordinator ist Professor Dr. Hans Henning Hahn. Fachkundige Einleitungen und anschließende Diskussionen bieten eine Gelegenheit zur Reflexion der Frage, inwieweit Spielfilme das kollektive historische Gedächtnis geprägt haben.
