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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Hollywood-Star, Mensch oder Replikant?

07.10.2017

Oldenburg Sean Young hat eine bewegte Karriere. Der Ehrengast des Filmfestes Oldenburg 2014 spielte unter anderem neben Michael Douglas in „Wall Street“ und mit Kevin Costner in „No Way Out“. Berühmt wurde sie als künstlicher Mensch in dem Science-Fiction-Klassiker „Blade Runner“. Harrison Ford unterzog sie damals dem sogenannten Voight-Kampff-Test, der starke Emotionen auslösen soll, um so Mensch und Maschine unterscheiden zu können. NWZonline-Redakteur Denis Krick trat in die Fußstapfen des „Blade Runner“ und traf die Schauspielerin zum Interview.

NWZonline: Frau Young, danke, dass Sie sich für den Voight-Kampff-Test zur Verfügung stellen. Wir wollen wissen, ob Sie vielleicht ein Replikant der Nexus-7-Baureihe sind. Ich werde Ihnen nun eine Reihe von Fragen stellen. Entspannen Sie sich und beantworten Sie diese so einfach wie möglich.

Sean Young: Gerne. Ich bin allerdings ein wenig aus der Übung. Mein letzter Voight-Kampff-Test war damals in „Blade Runner“.

NWZonline: Sie befinden sich in der Wüste…

Sean Young (lacht): Stimmt. Die Wüste. Ich erinnere mich.

NWZonline: … und drehen einen Film. Plötzlich sehen Sie einen kleinen heimatlosen Hund. Er schaut Sie mit traurigen Augen an.

Sean Young: Ich nehme ihn mit nach Hause. Im Moment habe ich nur einen Hund, aber ich hatte mal sechs. Und Katzen. Aber Katzen möchte ich jetzt nicht mehr haben. Es bricht mir das Herz, wenn sie sterben, und dann werde ich verrückt. Alle meine Katzen wurden entweder von Coyoten gefressen oder von Autos überfahren. Das möchte ich nicht mehr erleben.

NWZonline: Beschreiben Sie in einzelnen Worten nur die guten Sachen, die Ihnen zu folgendem Thema einfallen: Hollywood.

Sean Young: Nur die guten Sachen? Darüber muss ich wohl ein wenig länger nachdenken. (kurze Pause) Das Wetter. Die Arbeit als Schauspieler, wenn man sie hat. Das Geld von der Arbeit. Meine Schwester und die Verwandtschaft meines Mannes. Die Strände. Die Berge. Das war es.

NWZonline: Soll ich nach den bösen Dingen fragen, die Ihnen zu Hollywood einfallen?

Sean Young: Besser nicht.

NWZonline: Sie haben einen kleinen Jungen. Er zeigt Ihnen Fotos von Harrison Ford, Tom Selleck und Michael Caine.

Sean Young: Ich würde ihn fragen, warum er sich Bilder von Männern und nicht von Frauen anguckt. Zum Beispiel von Jennifer Lawrence, Barbara Streisand and Milla Jovovich. Das sind meine Lieblings-Ladies.

NWZonline: Es ist Ihr Geburtstag. Jemand schenkt Ihnen ein Catwoman-Kostüm.

Sean Young: Ich ziehe das sofort an und renne den Hollywood-Boulevard runter. (lacht) Weil es super funktioniert. Man kann sogar drin fliegen.

Sean Young (2011) über Ihre Söhne und die Sache mit dem Catwoman-Kostüm.

NWZonline: Sie kriegen einen Anruf von einem Schauspielagenten. Er hat das perfekte Filmprojekt für Sie. Worum geht’s?

Sean Young: Es geht um „MK-Ultra“, deren Gendanken während der Kindheit von Fremden kontrolliert wurden und die nun zurück zu sich selbst finden muss. Gut, nicht? Die Handlung habe ich mir eben ausgedacht.

NWZonline: Sie schauen sich eine alte Folge von „Late Show mit David Letterman“ auf YouTube an. Es ist 1993 und Sie sind als Gast dabei. Haben Sie vor dem Auftritt Drogen genommen?

Sean Young: Nein. Ich war damals nicht high. Je nüchterner ich bin, umso häufiger glauben die Leute, dass ich Drogen genommen habe. Ich bin einfach immer unglaublich energiegeladen. So war das schon, als ich noch ein Kind war.

Voller Energie: Sean Youngs Auftritt bei David Letterman 1993.

NWZonline: Sie googlen Ihren Namen. Welche Ergebnisse finden Sie?

Sean Young: Jede Menge Unsinn, der dort im Internet über mich geschrieben wird. Und zwar von Leuten, die ein Problem damit haben, dass ich nicht voller Scheiße im Kopf bin. Das ist leider so. Deshalb google ich meinen Namen nicht mehr. Obwohl ich auch immer viele positive Sachen gefunden habe. Aber die negativen Dinge kann ich einfach nicht ertragen. Im Internet wird viel Zeit von diesen hasserfüllten Trollen verschwendet. Es ist ein leicht zugängliches Forum für Menschen, die eine negative Grundeinstellung haben, sich hinter der Tastatur verstecken und aus dem Verborgenen gerne ihre Giftpfeile verschießen. Und niemand kann sie dafür zur Verantwortung ziehen.

NWZonline: Man hat Sie zum Filmfest nach Oldenburg eingeladen. Sie wollen kommen, aber können ihren Reisepass nicht finden und treffen deshalb ein wenig später in Deutschland ein. Wo war der Reisepass versteckt?

Sean Young (lacht): Der war in einer Tasche in meinem Pelzmantel, den ich bereits tief im Schrank verstaut hatte. Die Jacke hatte ich das letzte Mal in Utah an, als wir dort zum Skifahren waren. Ich war so glücklich, als wir ihn gefunden hatten.

NWZonline: Herzlichen Glückwunsch, Frau Young, Sie sind ein Mensch und kein Replikant.