OLDENBURG - Auf eine Reise in die Zukunft will der Raumfahrt-Experte Jesco von Puttkamer die Oldenburger mitnehmen. „Die Menschen wollen träumen und wir geben ihnen eine Perspektive“, sagt der Wahl-Amerikaner, der im Hauptquartier der US-Raumfahrtagentur NASA unter anderem eine Arbeitsgruppe zur strategischen Planung der dauerhaften Erschließung des Alls geleitet hat.
Familiäre Kontakte animierten den gebürtigen Leipziger, jetzt zum ersten Mal die Huntestadt zu besuchen. Die Oldenburger Professorin Katharina Al-Shamery ist eine Cousine. Auf einer Familienfeier hatte er sie kennengelernt. Der Kontakt hielt. Und auf ihre Einladung hin wird der Wissenschaftler an diesem Freitag ab 16 Uhr einen Vortrag mit dem Titel „Unsere kosmische Zukunft – eine Vision von Wirklichkeit“ im Kleinen Haus des Oldenburgischen Staatstheaters halten.
Anschließend wird er mit einem Vertreter der europäischen Weltraumagentur ESA die vorgestellten Pläne für künftige Weltraum-Missionen diskutieren. Ein Höhepunkt gleich zu Beginn von Oldenburgs Jahr als „Stadt der Wissenschaft“. Und für Puttkamer bietet sich dadurch die Möglichkeit, Katharina Al-Shamery „nun ein bisschen besser kennenzulernen“.
Bevor der heute 75-Jährige 1963 in die USA ausgewandert ist, studierte er an der Technischen Hochschule Aachen Maschinenbau und versuchte sich zugleich als Autor von Science-Fiction-Romanen und -Kurzgeschichten. Als Diplomingenieur arbeitete er dann für die NASA in Alabama am Mondlandeprogramm Apollo. Nachdem es beendet wurde, war er unter anderem an der Entwicklung des Space Shuttles beteiligt. Die Produzenten des ersten „Star Trek“-Kinofilms heuerten ihn zudem 1978 als technischen Berater an. Aachen blieb er dabei stets verbunden und war dort von 1985 bis zum Jahr 2000 als Honorarprofessor tätig.
Heute arbeitet Puttkamer am langfristigen Mond-Mars-Programm der NASA mit. Dieses sehe vor, dass Astronauten im Zeitraum zwischen 2015 und 2020 zum Mond zurückkehren, um weitere Missionen vorzubereiten, so Puttkamer. Danach sollen sie erstmalig zum Mars fliegen. Eine Mission, die heute so unglaublich klingt, wie einst der Plan, dass Menschen auf dem Mond spazieren gehen.
Nach vielen erfolgreichen unbemannten Flügen zum roten Planeten hält der Raumfahrt-Experte bemannte Missionen für unverzichtbar. Denn er ist überzeugt, dass Menschen nur direkt am Ort Fragen zum Leben auf dem Mars klären können. Wann das sein wird und unter welchen Bedingungen künftige Weltraummissionen stehen, wird der 75-Jährige in seinem inzwischen ausverkauften Vortrag erläutern.
Einen Beitrag hierzu zeigt auch NWZ TV.
