OLDENBURG - Die leichte Muse hat sich in einem ernsthaften Wissenschaftszentrum eingenistet, oder anders: Der vielleicht ungewöhnlichste Konzertsaal Oldenburgs steht im Haus des Hörens an der Marie-Curie-Straße 2. Dort lässt der Förderverein des Hauses internationale Künstler auftreten, die sonst kaum den Weg nach Oldenburg gefunden hätten.
Grund dafür sind unter anderem die außergewöhnlich vielseitigen akustischen Bedingungen, die das Haus des Hörens bietet. Deutschlandweit einmalig ist der sogenannte Kommunikationsakustik-Simulator, der verschiedene akustische Situationen im Saal erzeugen kann. „Dadurch können wir hier die Raumakustik des Kölner Doms nachbilden oder auch die der weltweit besten Konzertsäle“, erläutert Professor Dr. Dr. Birger Kollmeier, wissenschaftlicher Leiter des Oldenburger Hörzentrums.
Nicht nur die Künstler, die Klassik, Folk, Jazz, Blues, a-cappella-Gesang und szenische Lesungen bieten, profitieren von den Errungenschaften dieser Forschung. Auch die Zuhörer beeindruckt das seltene Klangerlebnis: „Die ganze Welt der Raumakustik ist dank dieser Technik erlebbar“, heißt es. Oldenburg stehe damit im internationalen Vergleich bestens dar: Ähnliche Anlagen gebe es nur in wenigen anderen Forschungszentren, zum Beispiel in Osaka/Japan oder Paris.
Bis zur Sommerpause Mitte Juni stehen noch drei Konzerte in der Marie-Curie-Straße bevor. Die Gitarristin Helene Blum aus Dänemark will am 14. April die Atmosphäre einer vorgezogenen Mittsommernacht erzeugen, anschließend kommt am 15. Mai der Klassikgitarrist Friedemann Wuttke mit seinem Programm „Granada und Opernparaphrasen“. Am 16. Juni nutzt die Oldenburgerin Ulla Levens dann den Raum zu einer akustischen Zeitreise mit dem afro-brasilianischen Musikbogen Berimbau, der Viola und der Violine.
Infos: www.hausdeshoerens-
oldenburg.de
Gut zu hören: Musikalisch durch das ganze Jahr
