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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Ein gebürtiger Bayer auf Reisen

26.09.2018

Oldenburger Land Zuerst sitzt er im Auto. Dann, am Zielort, macht er sich zu Fuß ans Werk. Und abends, nach erledigtem Tagwerk, wartet das vorbestellte Hotelzimmer. Am nächsten Morgen geht alles von vorn los, sieben Tage lang. Strapaze?

Nicht für Mirko Bonné, der Hamburger Schriftsteller hat seinen „Literarischen Landgang“ durchs Oldenburger Land vielmehr genossen.

Bonné (53), dem als vierten „Landgänger“ dieses Stipendium für renommierte deutschsprachige Autoren angetragen wurde, ist soeben zurückgekehrt von seiner Erkundungsreise in die Landkreise rund um Oldenburg. Das Erlebte wird er nun in eine literarische Form bringen und das so entstandene Buch bei einer Lesereise ab 19. Mai 2019 erneut in der Region vorstellen.

Dieses Format, initiiert vom Literaturbüro Oldenburg und der Kulturstiftung der Öffentlichen Versicherungen, soll „hochkarätige Schriftsteller präsentieren, zugleich formal und inhaltlich die Regionalität betonen“, sagte Monika Eden vom Literaturbüro. „Das Stipendium ist eng verbunden mit dem Oldenburger Land“, ergänzte am Dienstag Jürgen Müllender vom Vorstand der Kulturstiftung.

Mirko Bonné fühlt sich diesem Anspruch verpflichtet, er hat sich aber auch den subjektiven Blick auf die für ihn unbekannte Landschaft bewahrt. „Die Vielgestalt des Oldenburger Landes, zu dem die Nordseeküste ebenso gehört wie Cloppenburg, das hat mich beeindruckt und ist hängen geblieben. Ich habe aber auch bemerkt, zum Beispiel in Nordenham, wie die Landschaft unter der industriellen Last leidet.“

Die Erkundung einer unbekannten Gegend hat den Autor und Übersetzer in jedem Fall so fasziniert, dass er darüber die Arbeit, die er sich für die Abende im Hotel mitgenommen hatte, völlig vergaß. „Im Laufe der Tage wurde ich immer ruhiger, versank immer tiefer ins Betrachten. Meine Schritte wurde deutlich langsamer. Das war so wohltuend, dass ich mir erst abends Notizen machen konnte vom Erlebten.“ Zeit für anderes blieb da nicht.

Wilhelmshaven, Jever, Seefeld in der Wesermarsch, Delmenhorst, Cloppenburg, Westerstede und Oldenburg – das waren die offiziellen Etappenziele der Reise. Bonné aber wollte mehr und machte Abstecher nach Jade, Blexen oder Fedderwardersiel. „Orte, die mich bewegten“, resümiert er, um dann zu gestehen: „Seefeld, Jever und auch Delmenhorst, die waren schon ganz besonders.“

Für den gebürtigen Bayern, der seit 1975 an der Elbe wohnt und sich als Norddeutscher sieht, steht die literarische Umsetzung der Eindrücke bereits fest: Der rote Faden soll das Thema „Bauwerke, die verschwanden oder verschwinden werden“ sein. In dem geplanten „poetischen Reisejournal“, durchsetzt mit Gedichten und Fotos, kommen mithin unter anderem die Oldenburger Cäcilienbrücke (Abriss möglich) und die Burg Delmenhorst (längst abgerissen) vor.

Der „Literarische Landgang“, gedacht als „Auszeichnung“ (Monika Eden) für etablierte Schriftsteller, hat für Mirko Bonné einen weiteren Vorteil. „Er ist extrem gut dotiert, das ist auch ein Kriterium“, erklärt er. „Ich lebe schließlich vom Schreiben.“ Das Stipendium sei eine „Win-Win-Situation“: Das Land erhalte literarische Präsenz, der Autor erhalte etwas für seine Existenz.

Klaus Fricke
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