• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Lauter freundliche Übernahmen

30.03.2019

Oldenburger Land Der Begriff Landnahme steht nicht im besten Ruf. Es gibt einfach zu viele üble Landnehmer mit üblen Methoden. Da erweist sich einer wie Thomas Albert glatt als Gegenstück. Er greift zwar von Bremen aus weit herum im Umland zu. Aber wen immer er dann vereinnahmt hat, den schließt er herzlich in die Arme. Solche Indizien sagen: Der Mann ist kein Politiker oder Machthaber. Albert (65) ist Intendant des Musikfestes Bremen. Das Amt übt er seit 30 Jahren aus. Genauso lange gibt es dieses Festival.

Da wird es an den Ufern der Weser schon mal eng. Für die Expansion gibt es Zahlen. Vom 24. August bis zum 14. September läuft das 30. Festival. 20 Konzerte und ähnliche Veranstaltungen finden im Bundesland Bremen statt – 29 hingegen im Umland zwischen Hamburg und Groningen, Papenburg und Wilhelmshaven, mitgezählt die Programme beim integrierten Arp-Schnitger-Festival.

Niemand betrachtet die Organisatoren des sich stark zur Alten Musik, aber auch zur aktuellen Weltklasse bekennenden Musikfestes als Eindringlinge. „Ganz im Gegenteil,“ sagt Albert strahlend, „alles freundliche Übernahmen, wir fühlen uns mit unseren Aktivitäten durchaus identitätsstiftend und erfahren von den Landkreisen öffentliche Förderung. Alles stärkt die Marke Musikfest.“

Oldenburg gehört musikfest-technisch längst zu Bremen. Gleich am Tag nach der Festival-Eröffnung mit der „Großen Nachtmusik“ an neun Spielstätten in der Bremer Innenstadt geht es im Oldenburger Großen Haus weiter. In einer Reminiszenz an die Barockoper am Hamburger Gänsemarkt gastieren am 25. August das Boston Early Music Festival Orchestra und Solisten mit „Antiochus und Stratonica“ von Christoph Graupner. Weiter geht es in der Schlosskirche Varel (29. 8./La Folia Barockorchester), St. Marien Friesoythe (31. 8./Bach-Motetten), St. Johannes Bad Zwischenahn (1. 9./Nuria Rial, Sopran und Veronika Skuplik, Violine), Schloss in Jever (4. 9./Katharinas Hofmusik), Museumsdorf Cloppenburg (7. 9./Musikalische Landpartie), St. Vitus Löningen (8. 9./Stabat mater), Stadthalle Wilhelmshaven (10. 9./Promenadenkonzert), St. Laurentius Langförden (12. 9./Praga Magna), Schluss Gödens (13. 9./Schlossmusik) und Gymnasium Edewecht (13. 9./Bläsersinfonien). Hinzu kommen beim Schnitger-Orgelfestival Hohenkirchen (26. 8.), Dedesdorf (27. 8.), Golzwarden (27. 8.) und Ganderkesee (1. 9.).

Doch auf Diät setzen kann der Intendant sein Kernpublikum gegenüber dem Umland natürlich nicht. Zwischen Glocke, anderen Spielstätten und Bremerhaven zeigt er mit Prunkstücken, wo das Zentrum des Festivals liegt. In Bremen treten die Sowieso-Beste-Sängerin als auch die Sängerin des Jahres 2018 an, Anna Netrebko und Diana Damrau. Die Pianisten-Riege vertreten Fazil Say und Khatia Buniatishvili. Teodor Currentzis und Jérémie Rhorer stehen für die Dirigenten-Garde. Verdis „La Traviata“ und Mozarts „Cosi fan tutte“ erleben konzertante Aufführungen. Und die beiden heimischen Spitzenorchester sind im Einsatz, die Deutsche Kammerphilharmonie und die Bremer Philharmoniker. „Das kann sich doch sehen und hören lassen?“, fragt Albert. Eine Antwort erwartet er gar nicht.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.