Bergedorf/Ganderkesee - „Das ist meine Schatzkiste“, sagt Herwig Logemann – und öffnet ein Garagentor. Der Raum wird bis auf den letzten Millimeter genutzt. Kühlschränke, Kaffeemaschinen, Dutzende Kabel, selbst Stromverteilerkästen, Schilder und Absperrbänder sind vorrätig. „Das wird bei Veranstaltungen immer wieder benötigt“, ist der 66-jährige Rentner durchaus stolz auf seinen Fundus. Gerade räumt er seinen Anhänger leer und verstaut Werkzeuge und Hilfsmittel, die er beim Fohlen-Championat in Ganderkesee benötigt hat.

Herwig Logemann gilt in Bergedorf und umzu als „Mann für alle Fälle“. Ob beim Schützenverein, beim Reiterverein Ganderkesee oder beim Ganter-Tach: Sein Organisationstalent und Know-how sind gefragt. Denn gerade eine gute Vorbereitung und der reibungslose Ablauf hinter den Kulissen machen eine gelungene Veranstaltung aus, weiß der Bergedorfer: „Ich mag es, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Ich bin ein absoluter Vereinsmensch, und das Organisieren liegt mir einfach“, bringt Logemann seine Motivation fürs Ehrenamt auf den Punkt.

Zum Reiterverein Ganderkesee kam der Bergedorfer eher durch Zufall: Tochter Lena, inzwischen 32 Jahre alt, voltigierte dort. Logemann packte mit an. Für einige Jahre fungierte er sogar als Sprecher der Voltigierabteilung. Inzwischen habe die Tochter aufgehört. „Ich bin beim Verein geblieben“, sagt er. Logemann kümmert sich um den Service rund um die Reitturniere, ist beim Aufbau der Buden und Zelte erster Ansprechpartner.

Auch für die Werbegemeinschaft Gantermarkt packt er hinter den Kulissen mit an. „Die frühere Vorsitzende Renate Drieling hat mich angesprochen“, berichtet er. Seit zehn Jahren kümmert sich Logemann um die Organisation des Ganter-Tachs, spricht Vereine an oder steht am Stand des Reitervereins dem Nachwuchs mit Rat und Tat zur Seite. Natürlich gehört der Bergedorfer auch in seinem Dorf zu den ersten Ansprechpartnern bei Feiern aller Art. Er hilft beim Schützenfest oder beim Vielseitigkeitsturnier auf dem Gelände der Familie Auffarth.

„Einen Vorstandsposten hatte ich nie“, so der „Mann für alle Fälle“. Eine Ausnahme gibt es: Logemann war rund 25 Jahre Pressesprecher und 2. Schriftwart des Schützenvereins. Auch die überarbeitete Chronik zur 825-Jahr-Feier Bergedorfs im Jahr 2014 trägt seine Handschrift. Das Wort von der „guten Seele“ werde oft überstrapaziert, meint Logemann, doch ohne diese Ehrenamtlichen komme kein Verein aus.

48 Jahre lang arbeitete der gelernte Maschinenschlosser bei Alu-Schütte in Bergedorf; seit vier Jahren ist er im Ruhestand. „Aber langweilig wird es bei mir nie“, sagt der Vater von zwei erwachsenen Töchtern und Großvater. Nachdem er zusammen mit Bruder Gerd vor zwei Jahren auf dem Jakobsweg gepilgert ist, will Logemann im Herbst 2016 eine weitere Strecke zurücklegen. Gemeinsam mit Ehefrau Elsa geht es entlang der portugiesischen Atlantikküste nach Santiago de Compostela (Spanien). Die Reise liegt genau zwischen den diversen Veranstaltungen, die Logemann betreut. „Solange ich fit bin, werde ich weitermachen“, sagt der Bergedorfer zu.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent