„Orgel pfeift aus dem letzten Loch“, zur Sanierung der Ohmsteder Kirchenorgel (NWZ vom 26. Januar)

„Konstruktion und Materialien stammen aus einer Zeit, in der Langlebigkeit nicht die oberste Priorität im Orgelbau hatte.“ Das kann kann nur jemand schreiben, der von Orgelbau keine Ahnung hat; denn in dieser Zeit sind (...) fast alle Stadtoldenburger Kirchenorgeln gebaut – alles also Schrottorgeln?

Oder der Schreiber hat ein Interesse an einem Neubau der Orgel, weil ihm geschmacklich die Disposition der Orgel nicht passt und er nun nach Argumenten sucht, die einen Umbau als notwendig erscheinen lassen, die Gemeinde aber dazu verführen, unnötige Unsummen für einen Neubau auszugeben?

Da viele Stadtoldenburger Orgeln von der Orgelbaufirma Führer gebaut worden waren, wollten wir in Ohmstede bewusst mit der Beauftragung der Fa. Schuke Berlin eine andere bedeutende Orgelbaufirma beauftragen (...)

Es handelt sich bei der Ohmsteder Orgel im Klangcharakter um eine typische norddeutsche Orgel. Im Zeitungsartikel heißt das: „Die Orgel hat einen strengen und harten Klang.“ Und dann wird die Katze aus dem Sack gelassen: „Eine große romantische Orgel mit vielen Klangfarben steht ganz oben auf der Wunschliste.“ Es wiederholt sich alles: Im 17. Jahrhundert baute Arp Schnitger seine Orgeln. In den folgenden Zeiten erschienen den Organisten diese Orgeln im Klang zu herb. Und man ging daran, die Schnitger-Orgeln zu „verschlimmbessern“. Heute beneiden wir die Kirchengemeinden, die ihre Schnitger-Orgeln unversehrt bewahrt haben (...)

Gerhard Hinrichs Hatten-Sandkrug