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Abbehauser Kirche Originalklang aus Schnitgers Zeiten auf der Spur

Abbehausen - An schiefen Tönen sind meistens die Musiker schuld. Manchmal liegt es aber auch am Instrument. Das gilt zum Beispiel für die Orgel in der Abbehauser Kirche. Das historische Klangwerk hat schon so manchen Organisten in Verlegenheit gebracht, weil die Mechanik hakt. Daher steht für die evangelische St.-Laurentius-Gemeinde schon seit einiger Zeit fest, dass die vor 300 Jahren von Arp Schnitger angefertigte Orgel dringend eine Generalüberholung nötig hat. Woran es allerdings bisher haperte, war die Finanzierung dieses Vorhabens. Jetzt hat die Gemeinde eine Lösung gefunden und den Orgelbaumeister Bartelt Immer aus Norden beauftragt, das gute Stück auf Vordermann zu bringen.

Drei Wochen Stillstand

Seit Montag ist Bartelt Immer mit seinem Gesellen Hermann Lend und dem Lehrling Lucas Brumby in dem Abbehauser Gotteshaus im Einsatz. Etwa drei Wochen brauchen die Experten, um die Orgel auseinanderzubauen, zu reinigen und zu reparieren.

Zu ihrem Auftrag gehört auch die Beseitigung des Schimmelbefalls. Mit reinem Alkohol rücken die Orgelbauer den grau-grünen Flecken, die sich an vielen Stellen der Holzkonstruktion breit gemacht haben, zu Leibe.

Dass Handlungsbedarf herrscht, steht für den Gemeindekirchenratsvorsitzenden Torsten Lange außer Zweifel. Schon vor etwa vier Jahren sind die Überlegungen angelaufen, der Orgel eine Runderneuerung zu gönnen. „Die schiefen Töne konnten auch Laien hören“, sagt Torsten Lange. Außerdem galt es, möglichen Gesundheitsgefahren vorzubeugen, die durch die Freisetzung von Schimmelsporen entstehen können.

Die Abbehauser Kirchengemeinde hat 3000 Euro von der Oldenburgischen Kirchbaustiftung für die Orgelsanierung zugesagt bekommen. Das reicht aber bei weitem nicht, um die Kosten von 18 800 Euro zu bezahlen. „Gut 15 000 Euro müssen wir aus unserem Notfallfonds und aus Spenden aufbringen“, betont Torsten Lange. Daher hofft er, dass sich noch viele Geldgeber finden, die sich mit einem Obolus beteiligen wollen. Wer eine Spende beisteuern möchte, kann sich unter t   8694696 an ihn wenden.

Die Acht-Fuß-Orgel hatte der aus Schmalenfleth stammende Meisterschnitzer Arp Schnitger in den Jahren 1711 bis 1713 gebaut. „Der Name Schnitger stand schon damals für besonders gute Qualität“, weiß Bartelt Immer, „daher waren seine Arbeiten auch etwas teuer.“ Von der Ursprungsversion der Abbehauser Schnitger-Orgel sind allerdings nur noch das Gehäuse und 3 der 23 Register vorhanden. Im 19. Jahrhundert wurde das Innenleben des Instruments zum ersten Mal erheblich verändert. Der zweite Eingriff erfolgte 1961, als der Wilhelmshavener Orgelbaumeister Alfred Führer das Original umgestaltete, erweiterte und mit einer neuen Mechanik ausstattete.

1726 Pfeifen

Bei der jetzt begonnenen Generalüberholung soll der eigentümliche Original-Klang der Schnitger-Orgel wiederhergestellt werden. Bartelt Immer und seine Mitarbeiter haben sämtliche aus Bleizinn und Holz gefertigten Pfeifen – immerhin 1726 an der Zahl – ausgebaut. Sie werden mit Kompressorluft durchgepustet und mit einer Bürste geschrubbt.

Während der Arbeiten an der Orgel müssen sich die Kirchenmusiker in Abbehausen mit einem elektrischen Piano begnügen. Seit dem Weggang von Sabine Tetzner zum Ende 2012 beschäftigt die Abbehauser Kirchengemeinde keine fest angestellte Organistin mehr. „Wir greifen auf Honorarkräfte zurück“, sagt Torsten Lange.

Norbert Hartfil
Norbert Hartfil Redaktion Nordenham (Leitung)
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