Friesoythe - Im Rahmen des Schmiedegildetages wurde am Montagabend der eiserne Pavillon „Begegnung“ vor dem Friesoyther St. Marienhospital feierlich eingeweiht. Diakon Heinz Wübben übernahm diese besondere Aufgabe. Zahlreiche Wandergesellen hatten sich in den vergangenen Wochen und Monaten am Bau dieses Projekts beteiligt (NWZ berichtete).
Zuvor hatten Wübben und Pastor Joachim Prunzel im Krankenhaus eine ökumenische Andacht gefeiert. „Den Schmiedegildetag hätte man nicht besser verbinden können, als mit der Einweihung der neuen Begegnungsstätte. Es ist ein tolles Kunstwerk, das die Wandergesellen geschaffen haben, und es wird das Friesoyther Krankenhaus bereichern“, befand Bürgermeister Sven Stratmann in seinem Grußwort.
Gerade im Hinblick auf die Flüchtlingssituation komme der Begegnung eine immer größere Bedeutung zu. „Wenn wir diese Herausforderungen meistern wollen, müssen wir uns begegnen“, meinte Stratmann. Der Pavillon soll alte und junge, gesunde und kranke Menschen mit oder ohne Behinderung genau dazu einladen. „Er ist für Jedermann und Jederfrau zugänglich im Herzen des Stadtgebietes Friesoythe. Der Entschluss für diesen Ort der Begegnung war richtig und findet hoffentlich in der Bevölkerung Anerkennung“, sagte Bernd Wessels, Geschäftsführer des Marienhospitals.
Er fand aber auch kritische Worte. „Leider sind die Wandergesellen, die Förderer, die Idee und das gesamte Projekt in die Mühlen der Stadtverwaltung und Lokalpolitik geraten.“ Nach der Errichtung hatte es Verstimmungen bei Stadtrat und Verwaltung gegeben, da ursprünglich mit nahezu kostenfreier Kunst gerechnet wurde. Dann war allerdings doch ein städtischer Zuschuss in Höhe von 25 000 Euro nötig.
Die größtenteils ehrenamtliche Arbeit aller Beteiligten habe es aber verdient, mit geradem Rücken aktiv begleitet und gefördert zu werden, so Wessels weiter. Als ausgesprochen bedauerlich bezeichneter er, dass sich die jungen Mitarbeiter des Caritas Vereins Altenoythe, die die Pflasterarbeiten am Pavillon ausgeführt hatten, bei den Arbeiten von vorbeigehenden Besuchern entmutigende Kommentare hätten anhören müssen. „Wertschätzung sieht anders aus“, so Wessels.
Das Geschenk der Wandergesellen solle in Aussehen und in der Nutzung durch ideelle und finanzielle Unterstützung mit weiterem Leben gefüllt werden, führte er weiter aus. Die drei Wandergesellen Lukas Nelkenbrecht, Constanze Pfundt und Manuel Mährlein zeigten sich beeindruckt von dem gelungenen Werk. „Das hätten wir selbst nicht gedacht“, so Mährlein. Sie überreichten Geschäftsführer Wessels einen Würfel mit dem Datum des diesjährigen Gildetages, der dann gemeinsam am Pavillon angeschlagen wurde.
