Bergedorf - Herwig Logemann sagt es frank und frei. „Ich bin ein Sammler.“ Und: Der 65-Jährige ist Bergedorfer. Da liegt ein Sammelgebiet wohl nahe: Logemann trägt Berichte, Geschichten, Fakten, Dokumente und vor allem Bilder aus Bergedorfs Geschichte zusammen. Ein Teil seiner Sammlung wird am Sonntag, 6. Juli, ab 11 Uhr zu sehen sein – bei der 825-Jahr-Feier des Dorfes im Bereich des Feuerwehrhauses.
Mit der Geschichte der alten Bauerschaft hatte sich bereits in den 1980er Jahren der (zwischenzeitlich verstorbene) Hermann Mester intensiv befasst, der in Bergedorf lange gelebt und gearbeitet hatte. Das Ergebnis legte Mester rechtzeitig vor der 800-Jahr-Feier 1989 in gebundener Form vor: eine 73-seitige Chronik „Bergtorphe/Bergedorf“.
Eben diese Chronik, so erinnert sich Herwig Logemann, habe er in den 90er Jahren vom damaligen Ortsvorsteher Bernhard Meyer erhalten – nicht irgendein Exemplar, sondern eines mit Original-Fotos des Chronisten Mester. Erst einmal legte Logemann das gute Stück zur Seite, „ich guckte es gar nicht an“. Das änderte sich vor etwa zwei Jahren: Die Jubiläumsfeier 2014 rückte näher.
So begann Logemann, Stoff für eine Fortschreibung der Chronik zusammenzutragen. Zum Beispiel setzte er sich aufs Fahrrad und fotografierte alle Häuser. „Es war aufwendig“, sagt er rückblickend. Das Ergebnis wanderte, in Folien geschützt, in zwei Aktenordner, einer für den Süden, einer für den Norden des Dorfes.
Parallel führte Logemann seine Sammlung von Zeitungsberichten über Geschehnisse im Ort fort. Da geht es um Tragisches wie den Flugzeugabsturz im September 1997 oder Leichtes wie die Bergedorfer Beiträge zum Fasching.
Auch notierte Logemann, was er von Augenzeugen erfuhr. Ein Beispiel: „Acht Familien“ hätten nach dem Zweiten Weltkrieg in der so genannten Flüchtlingsbaracke bei Walter Stöver gewohnt, bis etwa 1959/60. Ein Bauen im Dorf sei den Familien nicht möglich gewesen – „es gab kein Bauland“.
Bei der 825-Jahr-Feier werden die Fundstücke und Fotos im Schützenhaus zu sehen sein. Logemann will elf Ordner ausgelegen. Einer davon erinnert – auch mit vielen Bildern – an die 800-Jahr-Feier vor 25 Jahren, ein anderer ist der Bergedorfer Goldmedaillen-Gewinnerin Sandra Auffarth gewidmet.
Natürlich, so sagt Logemann, sei er schon angesprochen worden, ob er nicht eine neue Chronik schreiben wolle. Denn den Stoff dafür habe er ja. Doch der Bergedorfer winkt ab – dazu fehle ihm die Zeit. Da müssten wohl andere ran.
