• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Deals
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Kino: Oscar für Männer aus Eisen und Marmor erhalten

05.03.2016

Warschau Der Gang ist in den vergangenen Jahren etwas unsicher geworden. Doch die Augen von Andrzej Wajda blitzen weiter hellwach hinter seinen Brillengläsern. Der Altmeister des polnischen Kinos, der an diesem Sonntag 90 Jahre alt wird, hält nicht viel vom Ruhestand. Filmprojekte geht er jetzt vielleicht etwas langsamer an, sein letzter Film kam 2013 in die Kinos.

In öffentlichen Debatten erhebt Wajda weiter die Stimme. Kürzlich prangerte er zusammen mit anderen polnischen Regisseuren in einem offenen Brief den Umgang des Fernsehsenders TVP mit dem Film „Ida“ an, für den sein Regiekollege Pawel Pawlikowski im vergangenen Jahr den Oscar für den besten fremdsprachigen Film erhalten hatte.

Dass der Sender den Film über die Identitätssuche einer jungen Nonne jüdischer Herkunft in einer kommentierten Version ausstrahlte, sei der „Weg zur Zensur“, schrieb Wajda.

Der in Suwalki in Nordostpolen geborene Wajda hatte an der Filmschule in Lodz studiert. Bereits seine ersten Filme „Eine Generation“ (1955), „Der Kanal“ (1957) und „Asche und Diamant“ (1958) gelten bis heute als Klassiker der „polnischen Filmschule“. In diesen Filmen setzte sich der Regisseur mit der Kriegszeit und der Machtübernahme durch die Kommunisten auseinander.

Die Geschichte seiner polnischen Heimat prägte immer wieder Wajdas Werk. Sein Klassiker „Der Mann aus Marmor“ war 1977 eine schonungslose Kritik am stalinistischen System. „Der Mann aus Eisen“ arbeitete 1981 die Geschichte der Streiks an der polnischen Ostseeküste auf. Abschluss der „Danziger Trilogie“ war vor drei Jahren die Filmbiografie „Walesa“.

Wajda porträtierte Janusz Korczak, den Pädagogen, der mit seinen Waisenkindern im deutschen Vernichtungslager Treblinka ermordet wurde. Mit „Das Massaker von Katyn“ (2007) setzte Wajda Tausenden polnischen Offizieren, die 1940 vom sowjetischen Geheimdienst erschossen worden waren, ein Denkmal. Unter den Opfern des Massakers befand sich auch Wajdas Vater.

Der viermal verheiratete Regisseur wurde im Jahr 2000 für sein Lebenswerk mit dem Oscar ausgezeichnet.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.