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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Schüchternes Nordlicht erobert Hollywood

15.12.2018

Oslo Ihr Gesicht ist fast so vertraut wie das der Mona Lisa. Minutenlang konnte Ingmar Bergman mit der Kamera auf den Zügen von Liv Ullmann ruhen. Auf ihren etwas traurigen Augen, ihren Sommersprossen, ihren sinnlichen Lippen. Intensität, Nähe, Ausdruck – dafür sind die Filme des schwedischen Regisseurs Ingmar Bergman berühmt.

Doch die norwegische Schauspielerin hatte einen ebenso großen Anteil daran: „Weißt du Liv, du bist meine Stradivari“, hat Bergman einmal zu ihr gesagt. Für Liv Ullmann, die an diesem Sonntag 80 Jahre alt wird, war das ihrer eigenen Aussage nach das schönste Kompliment, das sie je bekommen hat.

Schon bevor Ullmann von Bergman zur Ikone gemacht und sie in Hollywood zum nordischen Superstar wurde, wusste die Norwegerin, dass die Bühne ihre Welt ist und dass ihr das Nomadenleben gefällt. „Als ich sechs Jahre alt war, hatte ich bereits in Japan, Kanada und New York gelebt und war an Bord eines der ersten Lastschiffe, die nach dem Krieg den Atlantik überquerten“, schreibt sie in ihrem Buch „Lebenswege“.

Dass sie Schauspielerin werden wollte, wusste Ullmann früh, auch wenn sie eigentlich schüchtern war. Doch als sie 18 Jahre alt wurde, klappte es mit einer Rolle, die die Tür zu der ersehnten Welt öffnete: Im Rogaland Theater in Stavanger spielte sie die Anne Frank.

Als Ullmann Ingmar Bergman begegnete, war sie 25 Jahre alt und auf Anhieb überwältigt von dem mehr als 20 Jahre älteren Mann. Die beiden wurden ein Paar und landeten mit dem avantgardistischen Film „Persona“ (1966) einen internationalen Erfolg. Nach fünf Jahren verließ sie den Regisseur jedoch und kehrte nach Norwegen zurück. In den USA war Ullmann inzwischen begehrt. „Ich hatte viel Erfahrung im Gepäck, hatte in zahlreichen Bergman-Filmen mitgespielt und war für den Film „Emigranten“ für den Oscar nominiert. Alle wollten mit mir drehen.“ In einem Jahr spielte sie in vier Hollywood-Filmen und wurde als die neue Greta Garbo gefeiert.

Auch jetzt noch pendelt Ullmann zwischen den USA und Norwegen hin und her, dreht Filme, führt Regie und steht selbst auf der Bühne. Zur Ruhe gekommen ist sie auch mit 80 Jahren nicht.

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