OSLO - Mit royalem Glanz, aber auch harter Kritik haben am Donnerstag in Oslo die Feiern zum 150. Geburtstag am 4. August des Schriftstellers Knut Hamsun (1859–1952) begonnen. Während Königin Sonja sich für die Eröffnungsveranstaltung ankündigte und Prinzessin Mette-Marit als Schirmherrin auftritt, hielten die landesweiten Proteste gegen Hamsun an, der noch zum Kriegsende 1945 öffentlich für die Nationalsozialisten Stellung bezogen hatte. Hitler bezeichnete er in einem Nachruf als „reformatorische Gestalt höchsten Ranges“.

Zur Eröffnung des „Hamsun-Jahres“ am 56. Todestag des Autors am 19. Februar erklärte Norwegens Kulturminister Trond Giske, auch die engen Verbindungen des Autors zum Nationalsozialismus müssten „Thema beim Feiern“ sein. Gleichzeitig setzte sich der lange geführte Streit über die Benennung eines Platzes in Bodø nach Hamsun sowie die Aufstellung eines Denkmales in Oslo fort. Der Chef des Stadttheaters von Tromsø, Otto Homlung, erklärte seine Bühne zur „Hamsun-freien Zone“. Der mit dem Roman „Hunger“ (1890) berühmt gewordene und 1920 für „Segen der Erde“ mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnete Autor wurde nach der Befreiung Norwegens von den deutschen Besatzern wegen Landesverrats verurteilt.

Seine Bücher gehören zum Stoff aller norwegischen Schulen.