OSLO - Ein Nachruf auf einen Nazi-Kollaborateur, den der norwegische Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun (1859–1952) verfasst haben soll, ist möglicherweise eine Fälschung. Wie die Zeitung „Aftenposten“ berichtet, hat die Osloer Nationalbibliothek mehrere Dokumente der Polizei übergeben. Unter anderem handele es sich um eine Handschrift, in der Hamsun im Oktober 1945 seinen als Nazi-Kollaborateur hingerichteten Landsmann Vidkun Quisling gewürdigt haben soll. Die jetzt der Polizei übergebenen Texte hatte die Nationalbibliothek 2006 über das Osloer Norlis-Antiquariat einem Privatsammler für umgerechnet 64 000 Euro abgekauft. Hamsun wurde wegen seiner Unterstützung für Nazis nach der Befreiung Norwegens verurteilt.
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