OSTERNBURG - OSTERNBURG - Zumindest in der Fantasie sind die 25 Kinder der Kindertagesstätte an der Cloppenburger Straße 73 b schon nach Chile geflogen. Bei einem Spiel haben Leiterin Gabriele Siebert und ihre Kolleginnen ihnen Land und Leute nahe gebracht. Und das hat einen besonderen Grund: In Zusammenarbeit mit der Oldenburger Gruppe für bedrohte Völker und dem Umwelthaus unterstützt die Kita ein chilenisches Projekt, bei dem das Wohnungsbauministerium obdachlosen Mapuche-Familien je ein Haus zur Verfügung stellt. Die Mapuche sind ein Volksstamm mit eigener Sprache und Kultur. Sie zählen zu den bedrohten Völkern.
Über einen privaten Kontakt, so erzählt Gabriele Siebert, sei die Idee entstanden, sich für die Mapuche einzusetzen. „Der Elternbeirat war davon begeistert“, bestätigten die Elternvertreterinnen Ulrike Kerstan und Stefanie von Garrel. Seit drei Monaten basteln und backen die Kinder für die Mapuches. Denn die Häuser mit einem Grundstück von 300 bis 500 Quadratmetern werden nur an Familien weitergegeben, die 240 Euro aufbringen können.
Diesen Betrag haben die Kinder durch den Verkauf ihrer Waren und durch Spenden fast zusammenbekommen. Damit soll eine sechsköpfige Mapuche-Familie unterstützt werden, zu der – zumindest per Brief – Kontakt besteht. „Es ist gerade ein Brief von der Familie hier angekommen. Den müssen wir uns aber noch übersetzen lassen“, so Gabriele Siebert.
Das Kita-Projekt besteht aber nicht nur aus dem Sammeln der 240 Euro. „Wir möchten mit ,unserer’ Familie in Kontakt bleiben und mehr über ihre Kultur erfahren“, sagt Siebert. Die neuen Erkenntnisse wiederum fließen ins Themenprojekt ein. Es soll zum Beispiel chilenisches Essen gekocht, Musik gehört und getanzt werden.
