Osternburg - Das war wohl der sprichwörtliche Stich ins Wespennest: Auf unerwartet großes Interesse ist das Projekt Stadtteilgeschichte Osternburg gestoßen. Wie berichtet geht es darum, gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern die Historie Ostern­burgs lebendig zu machen. Der Verein Werkstattfilm und der Bürger- und Gartenbauverein Osternburg-Dammtor haben das Projekt gestartet.

Sie luden die Bevölkerung zu einem ersten Treffen in die Gaststätte „Zum Goldenen Stern“ (Cloppenburger Straße) ein. Mehr als 60 Personen kamen zusammen – schnell war jeder Platz im Lokal besetzt, und Ali Farschid Zahedi vom Verein Werkstattfilm sagt begeistert: „Für diese großartige Resonanz bedanken wir uns herzlich, ebenso bei den Betreibern und dem Personal der Gaststätte für die tolle Bewirtung in gastlicher Atmosphäre.“ Zusammen mit Heidi Tau­chert vom Vorstand des Bürgervereins hatten Zahedi und das Team von Werkstattfilm die Gäste begrüßt.

Im Museum von Werkstattfilm an der Wallstraße kann man schon viel über die Stadtteilgeschichte erfahren – aber eben nicht alles. Und Ali Farschid Zahedi erlebt es dort immer wieder, dass Besucherinnen und Besucher, wenn sie die ausgestellten Bildern betrachten, plötzlich anfangen, von den alten Zeiten zu erzählen. Von längst zurückliegenden Begebenheiten, von Menschen und Häusern – eben von Stadtteilgeschichten, die die breite Öffentlichkeit nicht kennt. Das soll sich nun durch das neue Projekt ändern; in Zusammenarbeit mit den Osternburgern. Wie berichtet, lautet Zahedis Motto: „Die Menschen müssen nicht ins Museum kommen, das Museum kommt zu den Menschen.“

Für das erste Treffen waren Bürgerinnen und Bürger aufgefordert worden, sich für eine Mitarbeit zu verschiedenen Themenbereichen zu melden. Da zeigte sich der Spürsinn der Osternburger: „Zu unserer Freude erklärten sich zahlreiche Besucher bereit, Zeitzeugen zu befragen oder sich selbst als Zeitzeuge zur Verfügung zu stellen, Fotos oder Filme zu sammeln oder anderweitig zu helfen“, erzählt Zahedi. Viele Teilnehmer brachten auch schon Fotos oder Dokumente aus der Osternburger Geschichte mit. Zahedi: „Diese Resonanz hat uns überwältigt und wir freuen uns, wie viele Personen sich einbringen möchten.“

Ziel des Projekts ist die Darstellung der Osternburger Geschichte in verschiedener Form – geplant ist eine Ausstellung an diversen Orten im Stadtteil selbst sowie im Haus von Werkstattfilm in der Wallstraße. Außerdem sind der Kreativität der Teilnehmer keine Grenze gesetzt, seien es Konzerte, Lesungen, ein Stadtteilfest oder andere Aktionen.

Alle an Osternburg Interessierten sind auch beim nächsten Treffen willkommen. Es findet am Dienstag, 13. Februar, ab 17 Uhr erneut im „Goldenen Stern“ statt. Laut den Initiatoren sollen dann zunächst einige Filme und Fotos aus Osternburg gezeigt werden. „Danach wollen wir mit den Teilnehmern konkret das weitere Vorgehen in den Arbeitsbereichen absprechen, zu denen sie ihre Mitarbeit angeboten hatten“, teilt Ali Farschid Zahedi mit.

Susanne Gloger
Susanne Gloger Redaktion Oldenburg