OSTERSCHEPS - Die Kinder greifen zu Trommeln, Klanghölzern und Schellenkränzen. Jetzt wird es laut im Bewegungsraum des Jonathan-Kindergartens Osterscheps. Musikpädagogin Edith Cording stimmt auf ihrer Gitarre den „Trommelkönig von Kalimbo“ an, und die Mädchen und Jungen machen begeistert mit.

„Seit September nehmen 40 Kinder aus unserem Kindergarten an dem Projekt ,Wir machen Musik‘ des Landes Niedersachsens teil“, erläutert Maike Nordenbrock. Die Kindergartenleiterin steht mit dem Leiter der Musikschule Ammerland, Uwe Wegert, und Kindergartenmitarbeiterin Anja Bredehorn im Bewegungsraum. Einmal pro Woche findet hier der Musikunterricht statt.

„Musik kann man einfach machen. Man muss nicht gleich ein Instrument spielen oder Noten lesen können“, weiß Wegert. Im Kindergarten steht denn auch das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund. „Wir wollen bei den Kindern die Neugier wecken. Sie sollen Spaß an der Musik haben“, sagt Wegert.

Nachdem zum Beispiel an der Grundschule Osterscheps eine Singklasse eingerichtet wurde, setzt die Musikschule jetzt auch bei den jüngeren Kindern an. Das Kultusministerium fördert den Unterricht, den Rest steuern die Eltern bei. Auch in Hollwege und Portsloge gebe es dieses Projekt inzwischen, sagt Wegert.

„Wir hoffen, dass die Kinder dauerhaft einen Zugang zur Musik finden“, meint der Musikschulleiter. Vor allem aufgrund der positiven Effekte, die dem Musizieren zugeschrieben werden. „Durch die ganzheitliche Schulung von Musik und Bewegung eignen sich die Kinder Fähigkeiten im Bereich der Konzentration, der Aufmerksamkeit, der Wahrnehmung, der Sprache und der Kognition an. Zudem werden Selbstbewusstsein und Persönlichkeit gestärkt“, sagt Maike Nordenbrock und ergänzt: „Durch das gemeinsame Singen, Tanzen und Spielen erleben und erlernen die Kinder wichtige soziale und kreative Kompetenz.“

Im nächsten Kindergartenjahr soll die Kooperation zwischen Musikschule und Kindergarten fortgeführt werden. „Wir sind dabei“, sagt Maike Nordenbrock. Ob es an der Grundschule Osterscheps ebenfalls weitergeht, ist noch nicht völlig klar. „Wir müssen einen Weg finden, das Angebot weiter anbieten zu können“, unterstreicht Wegert.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede