OSTRITTRUM - Anne Hollmann hat es geschafft. Noch Stunden vor der Eröffnung ihres „Kultur und Kunsthauses“ auf dem Hof in Ostrittrum war sie Bauleiterin, Catering- und Cheforganisatorin. Nun schlüpft sie wieder in ihre eigentliche Rolle als Künstlerin und Galeristin. Mit strahlendem Lächeln begrüßte Hollmann am Freitagabend rund 150 geladene Gäste in ihrem ehemaligen Atelier.

Sie habe sich einen Wunsch erfüllen können, der „noch viele Wellen schlagen soll“, erklärte sie. Dahinter würden sich die Anfänge des Malens, der Austausch mit der Kunst, verbergen. „Wer all dieses betrachtet, der weiß, was wir hier geschaffen haben“, war sich die Gastgeberin sicher. Bürgermeister Heino Pauka brachte es mit einem Zitat der italienischen Schriftstellerin Susanna Tamara auf den Punkt: „Und kannst du dich nicht entscheiden, so warte noch und höre auf dein Herz und dann geh, wohin dein Herz dich trägt.“ Pauka weiter: „Anne Hollmann ist angekommen, wohin ihr Herz sie getragen hat.“ Nach den langen Jahren des Wirkens im eigenen Atelier, habe sie sich einen lang gehegten Traum erfüllt: das eigene Kultur und Kunsthaus.

Auf 150 Quadratmetern im Erdgeschoss und noch einmal 100 im Obergeschoss soll es auch künftig Malkurse geben. Dazu Ausstellungen und eine Schreibwerkstatt. Dozenten von der Fachhochschule Bremen und von „EduKult 3“, einer Fortbildungseinrichtung an der Uni Oldenburg, seien für Kurse im Gespräch. Das lasse zumindest aufhorchen, so Pauka. „Die große Kunstwelt im beschaulichen Ostrittrum? Warum eigentlich nicht?“, betonte Pauka.

Kunstwissenschaftlerin Bärbel Schönbohm hob in ihrer Einführung auf Anne Hollmanns neue Ausstellung „Wege A, B, C – Bilder und Plastiken“ ab, deren Titel passend zum Anlass, aber auch der eigenen Schaffenskraft, gewählt worden sei. Für musikalische Unterhaltung sorgte das Trio Studenten der Hochschule Bremen mit Anna Terterjan (Sopran), Hanna Thiel (Bassgambe) und Pedro Alcàder (Vihuela de mano, Renaissancelaute siebenchörig) mit mittelalterlicher Musik.

Im Anschluss stand Klönschnack unter den Gästen im Vordergrund. Diese Gelegenheit nutzten die Ostrittrumer, um auf ihre Weise Hollmann für die Zukunft alles Gute zu wünschen. Sie überreichten eine symbolische Malpalette mit Pinsel und Farben. Stellvertretend für alle anderen Ostrittrumer übergab Jutta Strues das Geschenk.