OVELGöNNE - Passend zum ersten, wenn auch sehr spärlichen Schnee des Jahres fand am Sonnabend die 2. Ovelgönner Eiswette statt. Am 2. Advent hatten die Übungsleiter des Ovelgönner Turnvereins gegen den 1. Vorsitzenden Habbo Habbinga gewettet, dass am vierten Sonnabend im Januar der Ovelgönner Burggraben nicht gefroren ist, er also „geiht“. Habbinga hielt dagegen. Er hatte nach eigenem Bekunden von einem Wetterfrosch den Tipp bekommen, dass der Burggraben eine dicke Eisschicht haben sollte und somit „steiht“.

Nun war es also so weit. Der Burggraben sollte auf seine Tragfähigkeit geprüft werden. Ganz im Stile des Bremer Originals wurde vorher das Prüfgewicht festgeschrieben. Es war kein 99-pfündiger Schneider mit heißem Bügeleisen, sondern ein Kasten Bier mit 24 vollen Flaschen.

Für die Prüfung musste Übungsleiterin Helga Prophet herhalten. Sie hatte die Aufgabe, den Kasten in der Mitte des Grabens aufzustellen. Da der Burggraben offensichtlich nicht gefroren war, wurde hierfür das Boot „Wallburga“ zu Wasser gelassen. Das Ergebnis war keine große Überraschung: Ohne Eisdecke konnte der Kasten nicht stehen, lediglich die daran befestigten Schwimmkörper hielten ihn über Wasser. Wie beim Original gab es auch in Ovelgönne eine „Notarin“, die den Vorgang überwachte. Die 2. Vorsitzende Hardina Hashagen kam zu dem amtlichen Ergebnis, dass die Eisdecke nicht hielt und somit Habbo Habbinga die Wette verloren hatte. Den Wetteinsatz stellte die Getränkerechnung beim gemeinsamen Essen dar.

Viele Ovelgönner wollten sich das Spektakel nicht entgehen lassen. Der Verein hatte für sie warme Speisen und Getränke bereitgestellt. Auch im nächsten Jahr soll wieder gewettet werden, ob der Burggraben „geiht“ oder „steiht“. Vielleicht hat dann der erste Vorsitzende den besseren Wetterfrosch als die Übungsleiter.