OVELGöNNE - Ziel vieler Radfahrer und Ausflugsgruppen war am Sonntag das Handwerkermuseum in Ovelgönne. Neben den Dauerausstellungen und der Sonderausstellung sahen die Besucher am Internationalen Museumstag Vorführungen verschiedener Handwerkskünste.
Gezielt erkundigten sich viele Gäste nach der Sonderausstellung „Tagebücher, Skizzen, Briefe – übersetzt in Bildgewebe“ von Ursula Jaeger. Der dazugehörige Informationsfilm zeigte die Entstehung der Werke und wurde viel beachtet.
Kinder konnten sich an einem Museumsquiz beteiligen. Laut war es in der Schmiede. Da wurde am großen Blasebalg gezogen, damit die Feuer immer wieder aufloderten. Heiße Eisenstücke wurden schnell mit verschiedenen großen Hammern bearbeitet. An anderen Geräten feilten und klopften Kreative geschmiedete Gegenstände in Form: Sieben Teilnehmer waren zum Schmiedekursus gekommen, der von der Kreisvolkshochschule in Ovelgönne organisiert wurde und bereits am Freitag unter der Leitung von Horst Sandersfeld begonnen hatte. Am Sonntag gab Metallgestalter Markus Wessig praktische Ratschläge zur Bearbeitung. Die Frauen und Männer kamen aus Elsfleth, Nienburg, München und von den Azoren. Die zwei Teilnehmer, die zeitweise auf den Azoren wohnen, planen in den nächsten Jahren eine eigene Schmiede in der Wesermarsch zu eröffnen. Eigene Werkstücke wie Türbeschläge, Rankhilfen für den Garten und Feuerhaken zeigten die Vielfalt der
Schmiedekunst. „Wir haben einiges gelernt“, erzählten die Kursteilnehmer.
Ruhig war es dagegen bei den zwei Frauen, die draußen ihre Spinnräder aufgebaut hatten. Die beiden „Spinnerinnen“ gehören zur Spinnkoppel des Ollnborger Krings. Schafs- und Lammwolle glitt durch die Finger der Handwerkerinnen. Daraus werden dann z.B. Pullover oder Socken gestrickt. „Spinnen ist beruhigend und entspannend, und es kommt noch etwas dabei heraus“; bestätigten die Frauen.
Verlockend dufteten der frischgebackene Butterkuchen und das frisch gebackene Brot aus dem Museumsofen.
Die Schreibgeräte zum Beschriften eines Museumssteines lagen ebenfalls bereit. Nächsten Sonntag, während der Öffnungszeit wird Ursula Jaeger übrigens im Museum sein und Fragen zu ihren Werken beantworten.
Reger Gebrauch wurde auch vom verkaufsoffenen Sonntag in Ovelgönne gemacht. Bereits um 13 Uhr wurde es knapp mit den Parkplätzen im Ortskern.
