Ganderkesee - Die gemeinsame Liebe symbolisch festhalten und bei der eigenen Hochzeit weiße Tauben fliegen lassen – das werde immer weniger nachgefragt, sagt Linda Strodthoff. Seit rund zehn Jahren wird die Tierfreundin aus Schlutter in der Gemeinde Ganderkesee von Trauzeugen, Eltern oder Freunden eines Brautpaares engagiert, damit bei Hochzeiten ihre 15 Tauben durch die Lüfte flattern.
Vor allem im Hochzeitsmonat Mai sowie in den Monaten August und September sei sie unterwegs, jedoch immer seltener. „Vielleicht ist das inzwischen ein alter Hut“, sagt Linda Strodthoff.
Warme Monate beliebt
So würden sich bis Ende August in der Gemeinde voraussichtlich 90 Paare das Ja-Wort geben, teilt die Gemeinde Ganderkesee mit. „Dies liegt leicht unter dem langjährigen Schnitt“, so Gemeindesprecher Hauke Gruhn.
Vor allem die warmen Monate von April bis September seien bei Paaren sehr beliebt. Besonders häufig geheiratet wurde im Mai (18 Trauungen), Juli (16) und August (voraussichtlich 21). Zudem werde gerade in den warmen Monaten die Habbrügger Mühle als Ort der Trauung häufig dem Rathaus vorgezogen.
Seit Mai 1999 darf die Gemeinde Trauungen in der Mühle anbieten, die sich in Privatbesitz befindet. Auch 27 Paare, die nicht in der Gemeinde Ganderkesee leben, bevorzugten größtenteils die Heirat in der „Lütjen Anja“. Diese sei auch bereits für ein Datum im kommenden Jahr ausgebucht, verrät Gruhn: Den 15. Mai 2015 nehmen viele Paare zum Anlass, sich das Ja-Wort zu geben.
Zahl der Traungen sinkt
Der Hochzeitsmonat Mai sei auch bei der kirchlichen Trauung sehr beliebt, berichtet Adelheid Hendrian vom Kirchenbüro der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Ganderkesee. Im August gaben sich bislang drei Paare das Ja-Wort, im Vormonat Juli gar keine, so Hendrian. Zudem sank die Zahl der Eheschließungen. „Im vergangenen Jahr waren es rund 30 Paare, die sich trauen ließen. In diesem Jahr sind es bislang nur 13“, sagt sie. Dabei werden die Heiratswilligen immer älter.
Das kann Pfarrer Norbert Lach, der die katholischen Gemeinden St. Hedwig Ganderkesee und St. Bernhard Bookholzberg betreut, bestätigen. Zwischen 25 und 30 Jahre alt seien die Paare, die sich erst nach der Ausbildungszeit oder dem Studium zu einer Heirat entschließen.
Dabei seien vor allem die Sommerferien und die Monate Juni, Juli und August beliebt. Die Zahl der Eheschließungen habe derweil zugenommen, vor allem die Anfragen nach ökumenischen Trauungen steigen, so Pfarrer Lach, der insgesamt rund zehn Paare in diesem Jahr getraut hat.
