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NWZonline.de Nachrichten Kultur

Figuren mit Knollennasen sein Markenzeichen

02.07.2019

Palma De Mallorca /Buenos Aires Menschen und Tiere mit Knollennasen waren sein Markenzeichen. Guillermo Mordillo erlangte Weltruhm mit seinen Figuren. Mit einem liebenswerten Augenzwinkern platzierte er seine knollenartigen Figuren in surrealen Welten und spiegelte dabei treffsicher das Empfinden und die Erfahrungen der Betrachter. Das Rundliche zeigte sich auch bei den Planeten und Hügeln, auf denen seine Figuren sitzen, sowie bei den Herzen, die über den Liebespaaren schweben. Mit 86 Jahren ist der argentinische Zeichner nun gestorben.

Mordillo starb nach Angaben von Adrienne Hak vom Verlag Rubinstein in Amsterdam bereits am 29. Juni in seinem Wohnort Palma de Mallorca. „Es war total unerwartet“, sagte die Agentin. Ihm sei in einem Restaurant plötzlich unwohl geworden.

„The Very Optimistic Pessimist“ – der sehr optimistische Pessimist, so nannte sich Mordillo einmal selbst, und so lautete auch der Titel einer Schau, die 2017 in der Ludwig Galerie in Oberhausen einen Einblick in sein Gesamtwerk gab. „Er sieht die Welt mit Humor“, sagte damals Galerie-Direktorin Christine Vogt. „Es ist seine Art, mit den vielen Bedrohungen umzugehen.“

Mordillo wurde am 4. August 1932 als Sohn spanischer Einwanderer in Buenos Aires geboren. Nach Stationen in Lima, New York und Paris gelang ihm Ende der 60er Jahre der Durchbruch: mit der Veröffentlichung seiner Cartoons in „Paris Match“, im „Stern“ und anderen führenden Magazinen rund um die Welt. Selbst in China fand Mordillo viele Fans. In den 70er Jahren galt er als einer der meistveröffentlichten Zeichner weltweit.

Mordillo ist eng mit Oldenburg verbunden: Über 15 seiner Bücher erschienen im Lappan-verlag, zwei davor 1974 und 1976 bei Stalling.

Viele Werke des Argentiniers sind Einbild-Witze. Etwa die steil aus dem Meer aufragende Insel, auf der sich nur ein Fußballfeld befindet. Die Spieler schauen den Abhang hinunter, der Ball liegt tief unten im Wasser.

Aber Mordillo konnte auch poetisch: Vor einem tiefschwarzen Universum steht ein Mann mit Ringelshirt und Hut auf einem klitzekleinen Planeten und schaut ratlos nach oben. In der Hand hält er ein brennendes Streichholz. Politisch wurde er, wenn er die Freiheitsstatue in Sträflingskleidung zeichnete – eine Anspielung auf die hohe Zahl Inhaftierter in den USA.

Immer wieder ließ sich Mordillo von Städten inspirieren, er zeichnete die Frauenkirche in Dresden in seinem Stil. Seine Figuren tummeln sich auch in Zeichnungen mit dem Schiefen Turm von Pisa und dem Roten Platz in Moskau.

Um fünf Uhr morgens saß Mordillo meist schon am Zeichentisch, fast täglich beendete er ein Bild, immer von Hand. Den Computer brauchte er nur, um die Bilder hochzuladen. Zuletzt publizierte Mordillo allerdings kaum noch in Medien. Über Kalender, Bücher, T-Shirts und Plüschtiere fanden seine Figuren aber weiter Verbreitung.

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